Asiatisches Gemüse strotzt vor Pestiziden

Schlechte Nachrichten für alle, die gerne mit exotischem Gemüse und Früchten aus Asien kochen: Ein Drittel der importierten Produkte ist mit zu hohen Pestizidrückständen belastet.

Beliebte Zutaten: Asiatisches Gemüse im Angebot eines Schweizer Detailhändlers. (Archivbild)

Beliebte Zutaten: Asiatisches Gemüse im Angebot eines Schweizer Detailhändlers. (Archivbild) Bild: Keystone

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Exotisches Gemüse und Früchte aus Asien weisen oft zu hohe Konzentrationen an Pestiziden auf. In einem Drittel der untersuchten asiatischen Gemüseproben hat das Aargauer Amt für Verbraucherschutz (AVS) Pestizidrückstände über den zulässigen Höchstkonzentrationen gefunden.

Absoluter Spitzenreiter ist ein chinesischer Brokkoli aus Malaysia, der Rückstände von sechzehn Pestiziden aufwies, wie das AVS in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht 2012 schreibt. Ein gesundheitliches Risiko könne bei solchen Konzentrationen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Zu hohe Konzentrationen in 15 Proben

Das Amt für Verbraucherschutz untersuchte 45 Proben von exotischen Gemüsen aus Asien. Davon wurden 15 Proben wegen Überschreitung der Höchstkonzentration für Rückstände von verschiedenen Pestiziden beanstandet. In den Proben waren bis zu 16 verschiedene Wirkstoffe nachweisbar.

Die Höchstwerte überschritten zum Beispiel Chili-Schoten aus Thailand, Indien und Sri Lanka sowie Wasserspinat aus Thailand oder chinesischer Brokkoli aus Malaysia. Auch Sellerieblätter und Schnittknoblauch waren viel zu stark mit Pestiziden belastet.

Chemiekeule gegen tierische Schädlinge

Trotz der intensivierten Kontrollen genügt gemäss AVS ein hoher Anteil der aus Asien in die Schweiz eingeführten exotischen Gemüsearten nach wie vor nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen bezüglich Rückstände von Pflanzenbehandlungsmitteln.

Eine wichtige Ursache für die ausserordentlich hohe Pestizidbelastung, häufig mit Mehrfachrückständen von Insektiziden, sei der klimabedingte Befall der tropischen Gemüsekulturen durch tierische Schädlinge wie Insekten und Milben sowie Pilzkrankheiten. Der Befall richte enorme Schäden an.

Direktimport in die Schweiz

Der grösste Teil der für die Zubereitung der äusserst beliebten asiatischen Speisen benötigten Gemüsesorten wird gemäss AVS von spezialisierten Grossimporteuren, aber auch von Kleinhändlern als Flugfracht über die Flughäfen Zürich und Genf direkt in die Schweiz importiert.

Auf diese Weise würden die verstärkten systematischen Kontrollen an der EU-Aussengrenze umgangen. Von den Flughäfen gelangten die Waren über ein weitverzweigtes Vertriebsnetz bis in die Detailhandelsläden (zum Beispiel Asia-Shops) und in die Gastronomiebetriebe.

Einheimische und europäische Früchte und Gemüse waren im vergangenen Jahr von guter Qualität, wie das AVS festhält. (fko/sda)

Erstellt: 22.04.2013, 10:41 Uhr

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