Auf dem Traktor bis zum Südpol

Mit zehn bis zwanzig Stundenkilometern tuckert eine Niederländerin dem südlichsten Punkt der Erde entgegen.

«Dies ist ein schöner Abschluss einer langen Pilgerfahrt»: Manon Ossevoort hat im Jahr 2005 mit ihrem Traktor die Niederlande verlassen. (Quelle: Massey Ferguson/Youtube)


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Mit einer Traktor-Expedition zum Südpol will sich die Niederländerin Manon Ossevoort ihren Lebenstraum erfüllen. Die 38-Jährige bereitet sich derzeit im südafrikanischen Kapstadt auf ihre 4500 Kilometer lange Rundfahrt vor, die sie von der russischen Forschungsstation Novo bis zum südlichsten Punkt der Welt und wieder zurück führen soll. Ossevoort rechnet mit einer Reisegeschwindigkeit von zehn bis zwanzig Stundenkilometern. Vier bis sechs Wochen werden die Niederländerin und ihre sieben Begleiter voraussichtlich unterwegs sein.

«Dies ist ein schöner Abschluss einer langen Pilgerfahrt», sagte Ossevoort . Sie werde die Ruhe auf dem «riesigen weissen Kontinent» geniessen. Die ehemalige Schauspielerin hatte ihr Abenteuer im Jahr 2005 begonnen, als sie mit ihrem roten Gefährt ihren Heimatort verliess, um vier Jahre später Kapstadt zu erreichen. Dann verpasste sie aber den Eisbrecher, der sie in die Antarktis bringen sollte.

Frustriert reiste Ossevoort wieder ab und verbrachte die kommenden Jahre in den Niederlanden, wo sie ein Buch schrieb und als Motivationstrainerin arbeitete. Vor zehn Monaten kam zudem ihre erste Tochter zur Welt. Ihr grosses Ziel verlor Ossevoort trotz allem nicht aus den Augen: Mithilfe von Sponsoren organisierte sie eine weitere Expedition. Für den 21. November ist nun der Beginn der Antarktis-Rundreise geplant.

Ein Schneemann am Südpol

Ihren Traktor hat Ossevoort «Antarctica 2» getauft, in Erinnerung an den legendären Mount-Everest-Bezwinger Edmund Hillary, der 1958 ebenfalls mit einem Traktor durch die Antarktis gereist war. Begleitet wird die Abenteurerin unter anderem von einem Mechaniker und einem Filmteam, das die Erlebnisse der Niederländerin für eine Dokumentation aufzeichnet.

Am Südpol will Ossevoort einen Schneemann errichten. In dessen Bauch will sie die während ihrer Reise gesammelte Wünsche und Hoffnungen tausender Menschen aus Afrika und anderen Teilen der Welt deponieren. Die auf einem digitalen Medium gespeicherten Briefe und E-Mails seien für sie eine «Zeitkapsel der Träume», sagte Ossevoort. Erst in 80 Jahren sollen die Botschaften nach dem Willen der Niederländerin wieder gelesen werden. Die nachfolgenden Generationen könnten so etwas «über unsere Träume und nicht nur über Politik und Krieg» erfahren. (ldc/AFP)

Erstellt: 11.11.2014, 19:18 Uhr

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