Umfrage

Das Outo

Autofahren ist bei den Jungen out, wie eine Studie des Bundes jüngst zeigte. In unserer Umfrage wollten wir herausfinden, warum das so ist. Rund 3000 Leute nahmen teil. Die Resultate.

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Junge Schweizer fahren weniger Auto, hat der Bund kürzlich in einer Studie festgestellt. Laut Experten liegt es am gut ausgebauten ÖV (wir berichteten), aber auch am gestiegenen Bildungsniveau im Land: Immer mehr junge Schweizer sind länger in der Ausbildung und leisten sich erst ein Auto, wenn der Lohn fliesst. Wir wollten zudem wissen: Ist Autofahren nicht mehr angesagt? Und was bedeutet das Auto für Sie?

Es standen zwei Umfragen zur Verfügung: eine für über 18-Jährige sowie eine für unter 18-Jährige. Die Resultate geben teilweise Aufschluss darüber, warum Junge heute weniger Auto fahren als früher:

  • Von den Nicht-Autobesitzern zwischen 18 und 24 Jahren geben fast 47 Prozent an, wegen der guten anderen Fortbewegungsmittel (ÖV, Velo, zu Fuss) kein Auto zu besitzen.
  • Für 43 Prozent ist der fahrbare Untersatz zu teuer. Über alle Altersgruppen gesehen sind noch 22 Prozent dieser Ansicht.
  • 28 Prozent der unter 18-jährigen Teilnehmer haben nicht vor, die Fahrprüfung ab Volljährigkeit anzugehen. 41 Prozent dieser Gruppe begründen dies mit den hohen Kosten, rund ein Viertel gibt Umweltgründe an. Ein Fünftel meint, Autofahren sei «out».

Design wichtiger als Umweltfreundlichkeit

Weiter wollten wir wissen, was den Umfrage-Teilnehmern beim Auto am wichtigsten ist. Heraus kam:

  • Das Design steht für einen Drittel der Autobesitzer an erster Stelle, gefolgt von PS und Leistung mit fast 20 Prozent. Letztere Aspekte sind für die 18- bis 24-Jährigen noch wichtiger (32 Prozent).
  • Sicherheit und Preis stehen für je 18 Prozent aller Autobesitzer zuoberst auf der Prioritätenliste.
  • Die Umweltfreundlichkeit von Autos liegt auf dem letzten Platz (12 Prozent).

Obwohl das Autodesign eine grosse Rolle spielt: Für 44 Prozent der Autobesitzer stellt das Auto ein reines Fortbewegungsmittel dar. Allerdings bezeichnen es 28 Prozent als einen wichtigen Teil ihres Lebens. Und womit assoziieren die Autobesitzer das Autofahren?

  • 71 Prozent verbinden es mit Unabhängigkeit, 6 Prozent mit Status und Angesagtheit.
  • Keinerlei emotionale Assoziationen mit dem fahrbaren Untersatz haben 23 Prozent.
  • Dennoch ist das Auto für 65 Prozent der Teilnehmer ein wichtiger Bestandteil im Leben, seit sie 18 geworden sind. Für 24 Prozent wurde es erst wichtig, seit ihr Job dies nötig machte.

Ohne Auto, aber mit Führerschein

Die erwähnte Umweltfreundlichkeit von Autos wird von wenigen Teilnehmern hoch gewichtet:

  • Mehr als drei Viertel der Teilnehmer haben kein schlechtes Gewissen, wenn sie Auto fahren.
  • 43 Prozent der Autobesitzer lassen sich durch nichts dazu bewegen, auf den ÖV umzusteigen.
  • 29 Prozent würden jedoch das Auto in der Garage lassen, würde der ÖV mehr und schnellere Verbindungen anbieten.

Wer kein Auto besitzt, hat meistens dennoch einen Führerschein: Dies geben 80 Prozent der Teilnehmer ohne Auto an. Was bräuchte es für sie, um aufs Auto umzusteigen?

  • Für 60 Prozent der Nicht-Autobesitzer wäre ein abgelegener Wohn- oder Arbeitsort ein Grund.
  • Sollte einst das Super-Ökoauto auf den Markt kommen, würde immerhin jeder neunte autolose Teilnehmer dem ÖV den Rücken kehren.
  • Ein Fünftel bleibt hart: Nichts würde es zu einem Wechsel aufs Auto bewegen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.05.2012, 11:49 Uhr

Die Umfrage

An unserer nicht repräsentativen Umfrage nahmen rund 3000 Personen teil, davon 81 Prozent Männer. In einer zusätzlichen Umfrage wollten wir zudem von den unter 18-Jährigen herausfinden, wie sie zum Auto stehen. Von den 160 Teilnehmern sind 80 Prozent männlich.

Von den Teilnehmern, die ein Auto besitzen (63 Prozent), ist nur jeder neunte zwischen 18- und 24-jährig. Dreimal mehr aus dieser Altersgruppe (31 Prozent) haben kein Auto. Bei den 25- bis 35-Jährigen verhält es sich ähnlich, wenn auch abgeschwächter: Sie machen 46 Prozent der Nicht-Autobesitzer aus, aber nur noch 35 Prozent bei den Autobesitzern. Fazit: Je älter die Leute, desto eher besitzen sie ein Auto. Ausserdem: Jede sechste Person von denjenigen ohne Auto ist weiblich, bei denjenigen mit Auto nur jede zehnte.

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