Das Thema liegt auf dem Teller

Wie sich der Fleischkonsum auf das Klima auswirkt und weshalb man nicht gleich zum Vegetarier werden muss.

Zum Vegetarier muss man nicht werden – bewusstes Einkaufen reicht auch schon: Kühlregal mit Fleischprodukten.

Zum Vegetarier muss man nicht werden – bewusstes Einkaufen reicht auch schon: Kühlregal mit Fleischprodukten. Bild: Keystone

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Ist der Zusammenhang zwischen Fleischessen und Klimawandel ein Tabuthema? Der Filmemacher Kip Anderson wirft das der Gesellschaft und namentlich den Hilfswerken vor, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet – zustimmend – berichtet hat. Wir von Brot für alle und Fastenopfer wähnen uns im falschen Film. Unsere diesjährige Kampagne widmet sich genau diesem Thema. Kaum hingen unsere Plakate mit dem Sujet «Importpoulet», protestierten Pouletmäster und Vegetarier. Beide störten sich – aus unterschiedlichen Gründen – am gerupften Huhn in der Kühltruhe. Oder wohl eher an den nackten Tatsachen, die auf den Tisch gelegt wurden.

Das sind die Fakten: Die globale Tierhaltung verursacht eine massive Klimabelastung. Ihr Ausstoss an schädlichen Klimagasen belastet mehr als Autos, Bahnen und Flugzeuge zusammen. Ein Grund dafür ist der Verlust an Regenwäldern, die gerodet werden, um Futtermittel für den Export anzubauen. Die industrielle Nutzviehhaltung in der Schweiz verfüttert zur Hälfte importiertes Futter. Klimabelastend sind auch die langen Transportwege. Auf die Felder werden zudem viel Dünger und Pestizide ausgetragen – all das braucht viel Energie und erzeugt zusätzliche Treibhausgase.

Kein Tabuthema

Aber: Gut essen und gut zum Klima schauen, das ist kein Widerspruch. Es braucht keinen totalen Verzicht auf Fleisch, wie Vegetarier als Reaktion forderten. Es ist auch kein Tabuthema, wie das Kip Anderson insinuiert. Das Thema liegt auf dem Teller. Alle, die kochen und essen, können dabei die Folgen fürs Klima berücksichtigen.

Essen wir nur halb so viel Fleisch, braucht es keine zweite Agrar-Schweiz im Ausland, um Futter anzubauen. Werden wieder Kühe gehalten, die Gras statt Kraftfutter fressen, vermindert sich die Umweltbelastung markant. Wer dazu regionale Produkte wählt und saisonal einkauft und nebst den Eiern auch das Suppenhuhn isst, vermeidet unnötigen Aufwand für Transporte, Lagerkosten und Futtermittel. Es darf kein Tabu geben, damit unser Essen nicht das Klima zu stark belastet.

* Urs Walter ist bei Brot für alle für Medienarbeit zuständig.

Erstellt: 25.03.2015, 23:29 Uhr

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