Das macht Frauen erfolgreich

Was müssen Frauen tun, um sich in der Politik durchzusetzen? Tipps von zehn Frauen, die es geschafft haben. Und eine Stilberatung.

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Der Frauenanteil im Nationalrat beträgt 29 Prozent. Und er stagniert seit 2007. Zudem wurde die Schweiz punkto Frauenanteil international in den letzten Jahren geradezu deklassiert. Lag sie 1997 auf Platz 16, belegt sie heute noch Platz 30.

«30 Prozent Frauenanteil ist nicht genug», lautete darum der Aufruf zur vierten überparteilichen Frauentagung zum Thema «Meinungsmacherinnen» an der Universität Zürich. Rund 200 Frauen nahmen daran teil. Organisiert wurde sie von der Zürcher Frauenzentrale und dem Beratungsbüro Sozio-Consult der ehemaligen EVP-Kantonsrätin Lisette Müller.

Die kritische Masse liegt bei 30 Prozent

«Damit die einzelnen Frauen nicht mehr so exponiert sind, braucht es eine kritische Masse von Frauen in der Politik», sagte die Zürcher Stadträtin Corine Mauch in ihrem Eröffnungsreferat. Die liege laut Studien bei 30 Prozent. Wie aber schaffen es Frauen, sich in der Politik durchzusetzen? «Wir sind nicht hier, um zu jammern, sondern um etwas zu ändern», sagte Andrea Gisler, Präsidentin der Zürcher Frauenzentrale. «Frauen müssten in Positionen gelangen, wo sie die Meinungen machen können.» «Und dorthin gelangen sie nur, wenn sie sich gut vernetzen», fügte Lisette Müller hinzu. Frauennetzwerke zu verstärken, war denn auch ein Zweck der Frauentagung.

Bei Frauensolidarität haperts

Und Frauensolidarität. Damit hapere es noch beträchtlich, sagte Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) am Schluss der Tagung. Die Vorstellung, dass Frauen Frauen förderten, sei Augenwischerei. «Da sind die Männer eher einen Schritt weiter.» Trotzdem hält die Bundesrätin nichts von Frauenquoten, da sie nicht praktikabel seien. Sie setzt aber auf klare Zielvorgaben. «Und diese zu kontrollieren, ist Chefsache.» Oder in ihrem Fall Chefinsache.

Erstellt: 02.12.2012, 10:25 Uhr

Stilberatug

«Kommen Sie nicht männlich, aber auch nicht zu sexy daher»

Simone C. Hensch, Stilexpertin.

Ob es uns gefällt oder nicht: Der erste Eindruck ist entscheidend für die Einschätzung einer Person. Und dabei spielt die äussere Erscheinung eine grosse Rolle. Auch bei Männern – aber noch mehr bei den Frauen. Stilexpertin Simone C. Hensch (The Style Connection) sagt: «Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.» Kleider machen eben tatsächlich Leute. Zu welchem Outfit rät sie Frauen, die in der Politik reüssieren wollen? «Sie muss authentisch wirken und darf nicht verkleidet sein.» Und sie sollte nicht betont männlich – aber auch nicht allzu sexy daherkommen. «Die Kleidung darf nicht zum Gesprächsthema werden», sagt Hensch. Konkret rät sie zu Kleidern, welche die Figur umspielen, aber nicht abzeichnen. Unbedingt dreiteilig – Jupe oder Hose, Bluse und Blazer oder Gilet, weil das kompetent wirke. Keine weit schwingenden Röcke, keine riesigen Ohrringe, kein wallendes Haar. «Das weckt den Beschützerinstinkt und untergräbt die Autorität.» Die Hauptfarben eher in gedeckten Tönen, je dunkler, desto eleganter und sachlicher wirke man. Die weisse Bluse ist hochklassisch, müsse aber nicht sein. «Politikerinnen vertragen durchaus etwas Farbe und feine Muster bei Kleidern oder Accessoires», findet Hensch. Grosse Muster aber sind zu salopp. Besondere Beachtung gelte den Schuhen, deren Wirkung total unterschätzt werde. Pumps sind klassisch, Stiefel gehen je nach Kleidung auch. Keine Bleistiftabsätze, aber auch nie ohne kleinen Absatz. «Keine Frau kann sich in flachen Schuhen elegant bewegen.»

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