Porträt

Der Mann, der Barack Obama vom Rauchen abbrachte

Cornell McClellan turnt mit den Obamas – und hält das Weisse Haus auf Trab.

Er ist verantwortlich für Michelles Oberarme und hat Barack Obama vom Rauchen abgebracht: Cornell McClellan, der persönliche Fitnesstrainer des Weissen Hauses.

Er ist verantwortlich für Michelles Oberarme und hat Barack Obama vom Rauchen abgebracht: Cornell McClellan, der persönliche Fitnesstrainer des Weissen Hauses.

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Ihre muskulösen Oberarme verdankt Michelle Obama seinem Training; und für Barack Obama steht er mindestens zweimal in der Woche frühmorgens im Fitnesszentrum des Weissen Hauses bereit. Cornell McClellan ist der persönliche Trainer der Obamas – und er ist ebenso ein Vertrauter des inneren Zirkels der Präsidentenberater.

Mit der Gesundheit hält es jeder US-Präsident anders. John Quincy Adams schwamm gern nackt im Potomac, Theodore Roosevelt boxte, Bill Clinton ging joggen, bevor er bei einem McDonald’s rastete, George W. Bush hackte Unterholz. Aber keiner war so auf seine Fitness bedacht, wie es Barack Obama ist.

Das Training beginnt um 5.30 Uhr

Obama trainiert praktisch jeden Tag, meist schon um 5.30 Uhr, im Fitnessraum des Weissen Hauses. Oft ist seine Frau dabei. Cornell McClellan seinerseits, der vor 13 Jahren als persönlicher Trainer von Michelle Obama in Chicago begann, kommt jede Woche zwei bis vier Tage nach Washington, um das Weisse Haus auf Trab zu halten.

«Ich würde nicht sagen, dass es militärisch zugeht», sagt der 54-jährige Trainer, «aber es geht in diese Richtung.» Das Präsidentenpaar macht es ihm leicht. «Er ist sehr motiviert und verausgabt sich gerne.» Und die besagten ansehnlich geformten Oberarme von Michelle Obama, die eine Zeit lang gar ein heisses Thema der Blogosphäre waren, zeigen, wie gut das Boxtraining anschlägt.

Kleinere Hintern für alle

Nicht alle im Weissen Haus sind so motiviert wie das Ehepaar Obama. David Axelrod etwa, der langjährige Berater des Präsidenten, braucht immer wieder von neuem eine Aufmunterung zum Training, ebenso der stellvertretende Assistent Michael Strautmanis und Pete Rouse, ein weiterer Berater aus alten Zeiten. Alle drei schickte Obama persönlich zu McClellan, damit sie abnehmen. Im Fitnessraum allerdings machten sie lieber Scherze und warteten mal ab.

Man versuche eben alles, sagte Axelrod zur «New York Times», um das Training abzukürzen. Doch McClellan gab nicht nach – Resultat: Die drei Widerspenstigen haben je über 20 Pfund verloren. Wieder Axelrod: «Der Präsident ist mir wegen des Trainings unablässig auf dem Hintern herumgeritten, und siehe da, mein Hintern ist etwas kleiner geworden.»

Mit veganer Ernährung, Boxen und Seilhüpfen zum Erfolg

McClellan führt den Erfolg auf seine ganzheitliche Trainingsmethode zurück. Es wird nicht nur auf der Laufmaschine gerannt, und es werden nicht nur Gewichte gestemmt. Das Training umfasst auch Ernährungstipps – McClellan ist Veganer –, kalisthenische Übungen, Yoga, Boxen, Seilhüpfen und Spiele.

Dabei ist McClellan so etwas wie der Beichtvater der Präsidentenberater geworden. Ihm sagen sie, was sie bedrückt und was sie freut. Reden über ihre Familien, die Kollegen und den Präsidenten. McClellan wisse wahrscheinlich mehr über die Stimmungen und Befindlichkeiten im Weissen Haus als die meisten anderen, die für den Präsidenten gearbeitet hätten: Das sagt der frühere Chefökonom Larry Summers, der Ende letzten Jahres an die Harvard-Universität zurückkehrte. «Alle reden mit Cornell. Er weiss, wer oben ist und wer unten; und er weiss, wie sich die Dinge entwickeln.»

McClellan lernte sein Handwerk in Chicago als Karatemeister und Trainer von Topathleten, darunter mehrere Mister Universe und Mister America. Ihm gelang bei Obama, was nicht einmal seine Frau schaffte: ihn vom Rauchen abzubringen.

Erstellt: 07.03.2011, 08:17 Uhr

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