Die Schweiz nimmt am meisten Migranten auf

Die Migration im OECD-Raum ist 2011 leicht angestiegen. So auch in der Schweiz: Jeder vierte Einwanderer kam aus Deutschland, jeder zweite verfügte über einen Hochschulabschluss.

Fast jeder dritte Einwanderer stammt aus Deutschland.


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In einem Bericht vermutet die OECD einen Trendwechsel bei der Einwanderung in ihre Mitgliedstaaten: Während die Wirtschaftskrise seit 2008 die Migrationsbewegungen kontinuierlich verringerte, kommt seit vergangenem Jahr wieder mehr Bewegung in den OECD-Raum. Auch in der Schweiz wurde im Jahr 2011 ein Anstieg beobachtet.

Die dauerhafte Zuwanderung in die 23 Länder der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) und in die Russische Föderation war 2010 zum dritten Mal in Folge gesunken. Der Rückgang war mit drei Prozent jedoch relativ gering, hiess es in einem heute veröffentlichten Jahresbericht zur Migration.

Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2011 zeigen, dass diese Länder – mit Ausnahme von Italien, Australien und Neuseeland – wieder einen Anstieg der Zuwanderung verzeichneten.

Die schlechtere Wirtschaftslage in den EU-Schuldenländern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien führte zu einer verstärkten Abwanderung von Arbeitsmigranten aus diesen Staaten. Die Abwanderung ist jedoch viel schwächer als erwartet. Die Zahl der Wegzüge von Staatsbürgern war mit Ausnahme Irlands ebenfalls eher gering.

Schweiz: Sechs Prozent mehr

Der Trendwechsel hin zu einem erneuten Anstieg der Einwanderung wird in der Schweiz bereits seit 2010 verzeichnet. 2011 wanderten rund 142'000 Personen in die Schweiz ein. Dies ist ein Anstieg um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (134'200 Personen). Im Vergleich dazu sind 2010 65'500 Menschen aus der Schweiz weggezogen.

Die meisten der 2010 in die Schweiz eingewanderten Personen – mehr als zwei Drittel – stammen aus dem EU/EFTA-Raum. Fast jeder Vierte stammt aus Deutschland (23 Prozent), jeder Zehnte aus Portugal (9,6 Prozent).

Die Einwanderung aus Italien in die Schweiz habe seit 2007 kontinuierlich zugenommen, heisst es in dem Bericht. Insgesamt machte sie 7,5 Prozent aus – Platz vier hinter Frankreich mit mehr als 8 Prozent. Der Anteil ausländischer Wohnbevölkerung stieg 2010 um 3,3 und 2011 um 4,2 Prozent auf insgesamt 1,77 Millionen Menschen.

Jeder Zweite hochqualifiziert

Die Schweiz hatte in den vergangenen Jahren die höchste Pro-Kopf-Migration aus dem OECD-Raum. Die Einwanderer kommen dabei grösstenteils aus der EU: Relativ zu den Migrationsflüssen aus Nicht-EU-Ländern hatte die Personenfreizügigkeit aus der erweiterten EU eine grössere Bedeutung als in anderen Mitgliedsländern.

Drei von fünf Einwanderern aus dem EU/EFTA-Raum kamen im Jahr 2010 als Arbeitsmigranten in die Schweiz, während der Hauptgrund für die Einwanderer aus Entwicklungsländern der Familiennachzug war.

Besonders viele Einwanderer, die in die Schweiz kommen, haben einen Hochschulabschluss. Insgesamt waren dies im vergangenen Jahrzehnt nach Schätzungen der OECD fast 250'000 Personen – also rund jeder zweite Migrant. Dies ist einer der höchsten Anteile in der OECD.

In der Schweiz arbeiten diese Menschen vor allem in den stark wachsenden Branchen. Dies weise darauf hin, dass die Migration den Strukturwandel im Arbeitsmarkt unterstütze, schreibt die OECD. (ses/mrs/sda)

Erstellt: 28.06.2012, 12:51 Uhr

Menschenstrom am Zürcher Hauptbahnhof. (Archivbild) (Bild: Keystone )

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