«Die Stimme des Volkes erhält eine grössere Macht»

Auf der ganzen Welt bereiten sich Menschen auf den Weltuntergang vor. Ausgerechnet die Astrologie gibt für den 21.12. Entwarnung. Also: Kein Grund zur Panik.

Sternenhimmel über Davos: Seit Jahrtausenden wird die Position der Himmelskörper gedeutet. (31.12.2010)

Sternenhimmel über Davos: Seit Jahrtausenden wird die Position der Himmelskörper gedeutet. (31.12.2010) Bild: Keystone

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Frau Schäfer, weltweit fiebert man dem 21. entgegen. Einige sprechen von Weltuntergang, andere von Transformation. Was sagen die Sterne über diesen Tag aus?
Astrologisch gesehen ist der 21.12.2012 kein spannender Tag. Dafür ist die gesamte Zeitspanne von 2012 bis 2015 sehr spektakulär. Die wirklichen Höhepunkte sind im Moment für September 2013 und das erste Halbjahr 2014 zu erkennen. Der 21. Dezember ist aber an und für sich interessant, weil er der Tag der Wintersonnenwende ist. Dieser Moment, wenn die längste Nacht, also die dunkelste Zeit (in der nördlichen Hemisphäre), durchschritten ist, beinhaltet immer das Versprechen, dass das Licht wieder kommt. Mit diesem Licht ist auch unser eigenes Licht im Inneren gemeint. Es ist die innere Auferstehung, die wir jedes Jahr zu Weihnachten feiern, wenn wir unsere Wohnung mit Lichtern und Kerzen schmücken. Von daher wäre es sicherlich sehr stimmig, den 22.12.12 als den «Tag 1» der neuen Epoche zu feiern.

Also doch eine neue Epoche und nicht nur eine normale Wintersonnenwende?
Seit es den Archäologen gelungen ist, das Kalendarium der Maya zu entschlüsseln, ist der 21. Dezember 2012 berühmt. Wie ich von Experten erfahren habe, ist es nicht richtig, dass an diesem Tag der Maya-Kalender endet. Aber es stimmt scheinbar, dass nach dem Maya-Kalender eine Epoche endet, die vor mehr als 5000 Jahren begonnen hat, und dass somit eine neue beginnt.

Wieso wird diesem Datum so viel Aufmerksamkeit geschenkt?
Diese Frage müssten Sie mir oder Ihre Kollegen aus den Medien beantworten.

Apokalyptiker sprechen vom Weltuntergang, Esoteriker vom Beginn einer neuen Ära. Ja was denn nun?
Wer beispielsweise im Internet surft, findet ganz viele Möglichkeiten, die das Ende oder den Anfang einer neuen Epoche mit sich bringen können: Polsprung und Sonnenstürme, Synchronisation des Sonnensystems mit dem galaktischen Zentrum, Erhöhung der Schumann-Frequenz, Viren und Bakterien, Bibelcode-Entschlüsselung, Gammablitze, Einschlag eines Asteroiden, Erscheinung von Ausserirdischen, neue Eiszeit, 3. Weltkrieg, Verschärfung der Finanzkrise, Aufstand der Maschinen, Prophezeiungen der Maori, der Palmblätter, des Malachias, der Ägypter, der Zulu, der Hopi-Indianer und, und, und. Schliesslich geht es jetzt aber zyklisch betrachtet um einen kollektiven Übergang in die 5. Dimension. Diese hat die Fähigkeit, jenseits von Raum (ortsunabhängig) und Zeit (man denke an Einstein: «Zeit ist relativ») zu leben, und damit ist das Erwachen von intuitiven Kräften gemeint. Eine perfekte Zeit für stärkere Kreativität, Kokreativität und bahnbrechende Innovationen, die unsere Gesellschaft auf einer höher differenzierten Stufe weiterbringen.

Das tönt alles sehr schwammig. Gibt es konkrete Beispiele, die zeigen, wie sich die aktuelle Sternenkonstellation auf unser irdisches Leben auswirkt?
Wir befinden uns zwischen jetzt bis 2015 in einer Zeit des radikalen Umbruchs und der markanten gesellschaftlichen Veränderungen. Der Höhepunkt der Globalisierung ist überschritten. Nun geht es um ein neues Wertebewusstsein, das auf Ganzheit, holistischen Betrachtungen und Ehrlichkeit basiert. Das heisst, die alten Führungsstile, die auf persönlichem Machtstreben basieren, greifen nicht mehr. Bankangestellte, die festgenommen werden, sind erst der Anfang.

Die globale Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit, das Nutzen von Parallelsystemen und die Macht der Gruppenproteste erhalten jetzt eine immer grössere Bedeutung und werden die anstehenden Veränderungen herbeiführen. Beispiele im Grossen wie im Kleinen erleben wir tagtäglich genug. Nicht nur in Ägypten, Tunesien und China, sondern auch bei Apple, an der ETH Zürich und bei der Migros, wo an einem Tag im Oktober 15'000 Menschen über Facebook gegen die verfrühte Weihnachtsdekoration protestierten und die Verantwortlichen zum Umdenken gezwungen haben. Die Stimme des Volkes erhält eine grössere Macht, und damit wächst auch die Verantwortung jedes Einzelnen.

Mich welchen Planeteneinflüssen haben wir es derzeit zu tun?
Durch die markante Skorpion-Betonung (Sterben und Werden) sowie durch einen Spannungsaspekt zwischen Uranus im Widder (neues Denken) und Pluto im Steinbock (alte Machtstrukturen) werden wir im Moment extrem aufgefordert loszulassen. Die Presse stürzt sich dabei sehr gern auf die zunehmenden Betrügereien, Spionage, Konkurse, Datenklau und dunklen Machenschaften, die jetzt immer stärker ans Licht kommen. Bei entsprechender Sternendisposition haben wir auf der materiellen Ebene die klassischen Konstellationen für das Brechen mit sämtlichen Tabuthemen in Zusammenhang mit Macht und Geld. Allein schon die Tatsache, dass UBS-Chef Sergio Ermotti das Auflösen des Bankgeheimnisses angesprochen hat und Frau Widmer-Schlumpf die Weissgeldstrategie pusht, ist ein Symbol für diese Zeitqualität. Aber Loslassen bezieht sich nicht nur auf das Materielle, sondern auch auf unsere Gedanken- und Glaubensmuster sowie unsere Emotionen. Eigenständiges Denken und angstfrei zu werden, ist genauso angesagt.

Sie sind Autorin des astrologischen Newsletters «Sternen-News». Haben Sie in den letzten Wochen ein gesteigertes Interesse an der Materie erkennen können?
Ja, eindeutig. Und zwar nicht nur lokal, sondern international.

Das Völkerkundemuseum in Hamburg feiert am 21.12.2012 eine «Weltübergangsparty» und hat dazu extra Maya-Priester aus Guatemala einfliegen lassen. Wie werden Sie diesen Tag verbringen?
Wie jeden Monat habe ich auch im Dezember wieder zu einer Meditation eingeladen. Wir werden am Abend des 21. Dezembers gemeinsam zur Wintersonnenwende meditieren und anschliessend die Kunstausstellung meines Mannes und den Weihnachtsapéro geniessen. Der Abend ist übrigens seit längerem mit fast 100 Personen ausgebucht.

Erstellt: 14.12.2012, 14:58 Uhr

«Nun geht es um ein neues Wertebewusstsein»: Astrologin, Coach und Autorin Silke Schäfer berät Kunden auf der ganzen Welt.

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