Die elektronische Putze lernt dazu

Durch rund fünf Prozent aller Schweizer Haushalte surren bereits Haushaltroboter. Neue Modelle können selbstständig den Staubbehälter leeren oder den Boden feucht aufwischen.

Entleert sein Staubfach an der Lade- und Absaugstation autonom: Der Staubsaugroboter von Samsung.

Entleert sein Staubfach an der Lade- und Absaugstation autonom: Der Staubsaugroboter von Samsung. Bild: PD

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Haushaltroboter sind in unseren Köpfen wohl am ehesten in fernöstlichen, technologieaffinen Gesellschaften beheimatet. Doch auch bei uns in der Schweiz erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit. In geschätzten 170'000 Haushalten der Schweiz, also in rund jedem zwanzigsten, sind Staubsaugroboter im Einsatz. Gemäss Marco Gaviglia, dem Geschäftsführer von iRobot, ist die Schweiz der führende Markt in Europa. Und vier von fünf Staubsaugrobotern stammen vom amerikanischen Hersteller.

Dessen neustes Modell ist kein Staubsauger, sondern ein kompakter kleiner Roboter, der Plattenböden feucht aufnimmt. Der Scooba 230 misst 16,5 Zentimeter im Durchmesser, dadurch gelangt er (fast) in alle Ecken. Ist der Akku vollgeladen und der Tank mit warmem Wasser und dem speziellen Reinigungsmittel gefüllt, stellt man den Scooba in die Raummitte und schaltet ihn ein.

Zitrusduft inbegriffen

Nun surrt er los, erst spiralförmig, dann im Zickzackkurs, später den Wänden und Rändern entlang. Dabei hinterlässt er eine feuchte, aber rasch trocknende Spur. Geschickt gemacht: Das Gerät verbreitet vom ersten Moment an einen Zitrusduft. Mit Wänden, Türen und anderen Hindernissen geht er nicht gerade zimperlich um, düst fast ungebremst in alles hinein, beschädigt wird bei unserem Versuch jedoch nichts. Nach rund 20 Minuten ist der Boden tatsächlich sauber, und aus dem Tank des Roboters kommt beim Entleeren eine dunkle Brühe. Für die letzten Ecken wird man allerdings ab und zu immer noch selbst zum Wischer greifen müssen. Der Zeitaufwand für die ganze Übung übersteigt ausserdem jenen für manuelles Putzen.

Der Scooba schafft mit einer Füllung 14 Quadratmeter, die man allerdings zuvor gesaugt und von Hindernissen freigeräumt haben muss. Auf Parkettböden darf er gemäss Hersteller nicht eingesetzt werden. Für den Scooba gibt es ausserdem keine Ladestation, die er autonom ansteuert, man muss ihn selber an den Strom anschliessen.

Länger autonom

Der kleine Scooba ist ein Spezialist, kein Alleskönner, er ist eher ein Zweitroboter, als Zusatz zu einem Staubsaugroboter gedacht. Die Idee, für bestimmte Zwecke verschiedene Roboter im Haushalt zu haben, ergibt durchaus Sinn. Noch sinnvoller wäre es, wenn diese untereinander kommunizieren würden, wenn etwa der Staubsaugroboter nach getaner Arbeit dem Bodenwischroboter melden würde, dass er nun loslegen könnte. Doch das ist, wenn überhaupt, ferne Zukunftsmusik.

Eine äusserst praktische Neuheit im Bereich Staubsaugroboter hat Samsung auf Lager. Deren Navibot S steuert seine Ladestation nicht nur an, wenn sein Akku fast leer ist, er kann dort auch autonom sein Staubfach entleeren, wenn es voll ist. Somit bleibt er länger autonom einsatzbereit, im Behälter der Ladestation findet der Dreck von mindestens fünf Putzdurchläufen Platz. Diesen Komfort erkauft man sich mit der etwas sperrigeren Ladestation.

Kabel und Stuhlbeine irritieren den Roboter

Der koreanische Roboter punktet auch beim Geräuschpegel, der Navibot S läuft äusserst ruhig. Das Lauteste ist nicht etwa der Staubsauger, es sind seine kleinen Elektromotoren und die Räder. Das Entleeren an der Ladestation sorgt dann doch für rund zwei Minuten Staubsaugerlärm.

Der Navibot S ist mit acht Zentimetern ziemlich flach, gelangt also unter so manches Möbel und nähert sich Hindernissen, dank optischen Sensoren, mit mehr Feingefühl als manche seiner Artgenossen. Kabel und Stuhlbeine können allerdings auch ihn aus dem Konzept bringen, man muss also die Wohnung etwas vorbereiten, bevor man ihn laufen lässt.

Erstellt: 16.06.2012, 09:05 Uhr

Haushaltsroboter

iRobot Scooba 230, Bodenwischroboter für Plattenböden, 429 Franken im Fachhandel. Samsung Navibot S (SR8980), Staubsaugroboter mit autonomer Staubfachentleerung, ca. 800 Franken im Fachhandel.

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