Eine Bude für alles

Was wir ausser Kredit sonst noch gern am Kiosk bekämen.

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Gute Nachrichten. Die Kioskbetreiberfirma Valora will ins Geldverleihgeschäft einsteigen. Dies zumindest berichtet das Finanzportal Finews. In Zukunft sollen sich die Kunden neben Lotterielosen und Kaugummi auch einen Kleinkredit besorgen können.

Darauf haben wir gewartet: Auf dem Weg ins Büro noch schnell die viel beworbenen Tausendernötli für die Traumferien besorgen. Ohne Warten, ohne Angst vor Folgen: Der Kioskverkäufer wird einem sicher nicht abends vor der Haustür auflauern, um die Schuld samt Zins einzutreiben.

Der Schritt wäre nur konsequent. Die Valora baut das Sortiment ihrer Büdchen seit Jahren aus. Wenn kaum einer mehr raucht und die Zeitungen gratis im Tram herumliegen, muss am Kiosk Neues verkauft werden. Kafi und Gipfeli, Versicherungen und Handy-guthaben. Auch Pakete kann man nun am Schleckwarenschalter abgeben.

Wir meinen: Beim Kredit soll es nicht bleiben. Es gäbe noch so vieles, was wir gern am Kiosk erledigen würden. Nicht nur Schmutzwäsche und Pediküre. Auch die grossen Dinge. Eheschliessungen etwa: Die fröhlichen Glückwünsche der Standesbeamten wird auch die Kioskfrau hinbekommen. Und was nicht hält, könnte gleich am Kiosk wieder geschieden werden.

Beichten im Kiosk

Praktisch wäre auch der Valora-Beichtstuhl: Noch schnell seine Gemeinheiten gestehen, bevor der Bus kommt. Einen Zehnermocken und die Absolution. Auch Gedenkkerzen wären fein, im Kiosk ein Flämmchen für einen lieben Menschen anzünden. Obacht in der papierenen Zeitschriftenecke.

Wer es nicht gern landeskirchlich hat, dem könnte ein Voodoo-Service gefallen: Schnell dem Nachbarn eine Nadel in den Puppenkörper treiben; den Tagi und zwei Verwünschungen, bitte. Ja, weshalb sich beschränken: Man sollte am Kiosk sein Stimmcouvert abgeben können. Eine Massage bekommen, kurz die Kinder abgeben. Einfache Fleischwunden behandeln und sich die Spitzen schneiden lassen. Alles im Vorbeigehen, auf die Schnelle, sodass man rascher bei der Arbeit ist. So man denn noch einen Job hat, der nicht von einem Multikiosk überflüssig gemacht worden ist.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.06.2015, 07:02 Uhr

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