Für Familien, Vielfahrer, Geniesser: Der grosse Skigebiets-Vergleich

Finden Sie den Ort, der zu Ihnen passt – dank unserer Übersicht zur diesjährigen Saison.

Die Auswahl an Skigebieten in den Schweizer Bergen ist gross: Wintersportler auf dem Chäserrugg in Unterwasser. Foto: Keystone

Die Auswahl an Skigebieten in den Schweizer Bergen ist gross: Wintersportler auf dem Chäserrugg in Unterwasser. Foto: Keystone

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Wer Skigebiete vergleicht, denkt als Erstes an den Preis. Doch das ist in dieser Saison nahezu unmöglich. Denn immer mehr Bergbahnen führen dynamische Preismodelle ein, weil sie sich davon mehr Umsatz erhoffen. Der Preis ist abhängig vom Buchungszeitpunkt, dem Wetter und der Nachfrage. In der Regel zahlen Frühbucher und solche, die ausserhalb der Ferien oder bei Schlechtwetter auf die Piste gehen, weniger. Kurzentschlossene müssen für den Skipass dafür tiefer ins Portemonnaie greifen.

Zusätzlich gibt es Kombiangebote mit Hotels sowie zahlreiche regionale Tarifverbunde, dank denen man mit demselben Billett verschiedene Bergbahnen nutzen kann. Da macht ein Preisvergleich wenig Sinn. Stattdessen haben wir die Schweizer Skigebiete nach anderen Eigenschaften untersucht, die auf die folgenden vier Typen von Wintersportlerinnen und Wintersportlern zugeschnitten sind:


*** VIELFAHRER ***

Er schaut nicht auf den Preis, weil er diesen sowieso rausholt: Der sportliche Vielfahrer ist am Morgen als einer der Ersten unten an der Talstation und verlässt das Skigebiet als einer der Letzten. Dazwischen versucht er vor allem, möglichst viele Lifte und Pisten zu fahren. Pausen braucht er nur wenige.

Am besten auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind deshalb grosse Skigebiete, in denen er nie zweimal dieselbe Strecke nehmen muss. Ganz sicher ist das in Portes du Soleil der Fall. Das riesige, grenzüberschreitende Gebiet in der Nähe des Genfersees verbindet zwölf Orte und zehn Bergbahnen im Wallis und in Frankreich. Skifahrern und Snowboardern stehen fast 200 Lifte und über 650 Kilometer Piste zur Verfügung.

Zieht man die Pistenlänge als Vergleichsgrösse heran, kommen danach noch zwei Walliser Gebiete: Die «4 Vallées» und Zermatt mit 410 respektive 360 Kilometern. Knapp nicht in die Top 3 schafft es Davos-Klosters. Dahinter folgen zahlreiche weitere Skigebiete, die viele Pisten und Lifte im Angebot haben, zum Beispiel Samnaun-Ischgl, Arosa-Lenzerheide und Flims-Laax-Falera.

Allgemein hat unser Vergleich ergeben: Die Vielfahrerin und der Vielfahrer werden vor allem im Wallis und in Graubünden glücklich.



*** FAMILIE ***

Erwachsene mit Nachwuchs stellen sich ganz andere Fragen als ein Vielfahrer, zum Beispiel: Gibt es einen Familienrabatt? Hat das Gebiet eine Skischule sowie einen Lift und eine Piste extra für Kinder? Bietet es Betreuung an, damit die Eltern auch mal allein fahren können? Und gibt es eine Schlittelbahn als Alternative?

Insgesamt 39 Skigebiete in der Schweiz können all diese Fragen mit Ja beantworten. Wir haben uns bei unserer Auswahl auf die kleineren Gebiete mit maximal zehn Liften konzentriert, die sich explizit auf Familien spezialisiert haben und in denen es etwas gemütlicher zur Sache geht.

Dazu gehören fünf Walliser Gebiete, drei aus dem Bündnerland, zwei aus Schwyz und eines aus St. Gallen. Alle haben spezielle Preise und Angebote für Kinder.

Obergoms etwa wirbt mit extra breiten und nicht zu stark abfallenden Pisten. In Unterbäch-Brandalp fahren Kinder bis zum neunten Lebensjahr auf allen Anlagen kostenlos. Grüsch-Danusa und Brunni-Alpthal haben einen Schneetöff-Plausch, Zuoz eine speziell kindergesicherte Sesselbahn. Und das Skigebiet Stoos bietet einen «Kids-Finder» an, mit dem die Eltern immer über den aktuellen Standort ihres Kindes informiert bleiben.



*** FREESTYLER ***

Der Freestyler, ob auf dem Snowboard oder den Ski, braucht vor allem zwei Dinge, damit er glücklich ist: Einen Funpark mit Kickern und anderen Obstacles sowie eine Halfpipe. Hat es auch noch einen Boarder- oder Skicross im Angebot – umso besser.

Auch hier gibt es einige Gebiete in der Schweiz, die alle geforderten Kategorien erfüllen. Bei unserem Vergleich haben wir aber auf die Anzahl, die Grösse und den Ruf der Snowparks geschaut. Und hier kommt einfach niemand an Laax vorbei.

Am Crap Sogn Gion steht die mit 200 Metern längste Superpipe der Welt, wo jährlich der grösste Snowboard-Event Europas stattfindet. Auch die olympische Pro-Kicker-Line zieht Profis an. Insgesamt gibt es im Skigebiet Flims-Laax-Falera vier Parks, die vom Anfänger bis zum Experten alle bedienen. Wenn das Wetter mal nicht stimmt, bietet die Indoor-Freestyle-Trainingshalle im Dorf unten eine einzigartige Trainingsmöglichkeit ohne Schnee.

Arosa-Lenzerheide kommt nicht an Laax heran, macht Freestylerinnen und Freestyler aber ebenfalls glücklich. Gemäss der Plattform Bergfex gibt es hier vier unterschiedliche Snowparks für jeden Geschmack und jedes Level mit total 57 Obstacles (wobei diese Zahl von Jahr zu Jahr schwanken kann). Nicht fehlen darf natürlich eine «Chill-Area», wo sich die Szene trifft.

Auch der Park in Grindelwald-Wengen hat eine Chill-Area mit Musik. Er ist ein wenig kleiner als derjenige in Arosa-Lenzerheide, dafür gibt es einen sogenannten «Bag-Jump», also eine Schanze für Übungssprünge, bei der man weich auf einem grossen Luftkissen landet. Zudem ist ein bekannter Name für den Snowpark verantwortlich: Gian Simmen, der Schweizer Halfpipe-Olympiasieger von 1998.



*** GENIESSER ***

Nicht jeder muss sich zwingend den ganzen Tag verausgaben, um glücklich zu werden. Es gibt auch Wintersportler, denen das Drumherum genauso wichtig ist wie das Fahren selbst. Geniesser schätzen ein breites gastronomisches Angebot und entspannen sich nach der Anstrengung auf der Piste gern beim Wellness.

Wir haben geschaut, wo folgende Infrastruktur öffentlich vorhanden ist: Hallenbad, Thermalbad, Sauna, Massage und Fitnesscenter. In und rund um 17 Skigebiete in der Schweiz findet man das alles. Vielerorts gibt es zudem zahlreiche Bergrestaurants, die man von der Piste aus erreichen kann.

Die Bedürfnisse des Geniessers können sowohl grössere als auch kleinere Skigebiete erfüllen. Vor allem aber finden sich überall in der Schweiz gute Wellness- und Gastro-Angebote abseits der Piste: in den Kantonen Bern, Glarus, Graubünden, Obwalden, Schwyz, St. Gallen, Uri und Wallis.

Was den Geniessern und sicherlich auch allen anderen Wintersport-Typen entgegenkommt: Die Bergbahnen haben in diesem Jahr die Rekordsumme von 400 Millionen Franken investiert. Viele alte Anlagen weichen modernen Sesselliften. Nach mageren Jahren spüren die Skigebiete wieder Aufwind, auch was die Zahl der Gäste betrifft.

Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, ist deshalb überzeugt: «Wir werden auch in ein paar Jahrzehnten noch Ski fahren.» (Lesen Sie hier das ganze Interview.)

Erstellt: 25.12.2019, 07:01 Uhr

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