Gastrofirmen wollen 130'000 Tonnen Lebensmittel weniger wegwerfen

Speisereste, Rüstabfälle und abgelaufene Lebensmittel: Hersteller, Kantinenbetreiber und Verbände wollen die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie halbieren – und damit viel Geld sparen.

Viele Lebensmittel landen in der Schweiz im Abfall: Ein Student in der Kantine der Universität von Lugano.

Viele Lebensmittel landen in der Schweiz im Abfall: Ein Student in der Kantine der Universität von Lugano. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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In der Schweiz werden jährlich 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet. Allein in der Gastronomie und bei deren Zulieferern sind es nach Schätzungen rund 260'000 Tonnen. Diese Menge zu halbieren, ist das Ziel einer neuen Initiative von Nahrungsmittelherstellern, Handelsfirmen, Gastronomieunternehmen und Verbänden.

Gegründet wurde der Verein United Against Waste, der sich gegen die Lebensmittelverschwendung engagieren will. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Unilever, Nestlé, Howeg, Pistor und Saviva, Grossverpfleger wie Compass, SV, SVG und ZFV-Unternehmungen sowie die Verbände Gastro Suisse und Hotelleriesuisse, wie es an einer Medienorientierung in Zürich hiess.

Ethisch nicht vertretbar

Lebensmittel gehen aus verschiedensten Gründen verloren, sei es in der industriellen Verarbeitung oder in Grossküchen. Gemäss United Against Waste ist die enorme Verschwendung «gegenüber dem anhaltenden Hunger in der Welt paradox und ethisch nicht vertretbar».

Ein grosser Teil des Lebensmittelabfalls könne durch Innovationen und Kooperationen vermieden werden, hiess es an der Medienkonferenz. Gemeinsam wollen die Unternehmen und Verbände nach Lösungen für weniger Lebensmittelverschwendung suchen und diese dann der gesamten Branche zur Verfügung stellen.

Mit Servicepaket Ablauf in Grossküchen optimieren

Jede Tonne Lebensmittelabfall kostet nach Angaben von Unilever rund 2000 Franken, wie es in einer Mitteilung der Firma heisst. In Dänemark, wo dieselbe Initiative bereits anlief, seien bereits erste Erfolge erzielt worden. So sei in einer Kantine mit rund 1500 Essen täglich der Abfall von rund 1,4 Tonnen in der Woche auf knapp eine Tonne reduziert worden.

Dabei sei es wichtig für die Betriebe und ihre Mitarbeiter, überhaupt zu erkennen, wo in welchen Mengen Abfall anfällt. Dies führe oft bereits zu einer Reduktion.

Abfallreduktion beginnt bei Menüplanung

Die Compass (Schweiz) AG, der grösste Caterer in der Gemeinschaftsgastronomie, verfügt bereits über ein Programm zur Minimierung von Speiseresten und Rüstabfällen. «Die Reduzierung des Abfalls beginnt schon bei der Menüplanung», lautet der Ansatz. Compass sei mittels Produktionsmengenplanung in der Lage, eine Überproduktion zu vermeiden und somit ressourcenschonend zu arbeiten.

Kurzfristig will United Against Waste ein Netzwerk von Unternehmen und Organisationen aufbauen, die sich zur Reduktion von Lebensmittelabfällen verpflichten.

Mittelfristig werde analysiert, wo, warum und wie viel «Food Waste» anfällt und mit welchen Massnahmen dieser reduziert werden kann. Langfristig werde über die Gastronomie hinaus auch mit den Endkonsumenten an der Reduktion von Lebensmittelverschwendung gearbeitet. (mw/sda)

Erstellt: 02.07.2013, 15:15 Uhr

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