Corinnas Welt

Die CS Ranch am Genfersee ist ein Paradies für Westernpferde. Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher hat sie seiner Frau geschenkt.

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Der Wilde Westen fängt gleich oberhalb von Nyon an: Wer vom Genfersee ins kleine Dörfchen Givrins hochfährt und an der richtigen Stelle abbiegt, gelangt an ein mächtiges Holztor, auf dem in goldfarbenen Lettern «CS Ranch – Reining Horses» steht. Dahinter liegt der Westernreitstall von Corinna Schumacher. Ihr Mann Michael, der siebenfache Formel-1-Weltmeister, hat ihn ihr zum zehnten Hochzeitstag geschenkt.

Das Geheimnis des Erfolgs liegt im Detail

Die Ranch, vor sieben Jahren erbaut, ist eine der grössten und schönsten Pferdesportanlagen der Schweiz: Die aus hellem Holz erbaute Reithalle ist 95 m lang, 50 m breit und bietet 1400 Zuschauern Platz. Das Glasdach lässt sich bei schönem Wetter öffnen. Zwischen Grünflächen und Weiden liegen weitere Trainingsplätze sowie eine Galoppbahn. Auch in den Stallgebäuden aus hellem Stein wurde viel Holz verbaut – Westernreiter mögen es rustikal. Für das Wohl der rund 30 Pferde wurde kein Aufwand gescheut. Den Blick aus den Boxen legen grosse Fenster frei, die Pferde haben ein eigenes Solarium, mit rutschfestem Gummi überzogene Wege, und das besonders nährstoffreiche Heu wird aus Italien importiert. Corinna Schumacher hat von ihrem detailversessenen Ehemann gelernt, dass das Geheimnis des Erfolgs im Kleinen liegt. Und in einem guten Management, das auf der CS Ranch fest in den Händen von Shauna Larcombe liegt. Die Australierin ist eine erfolgreiche Turnierreiterin und trainiert auch Corinna Schumacher und deren 13-jährige Tochter Gina Maria.

Leistungssport Westernreiten

Denn ungeachtet aller Lagerfeuerromantik ist das Westernreiten heute ein Leistungssport, der auf der Arbeitsreitweise der Cowboys basiert. Als Königsklasse der vielen Teildisziplinen gilt das sogenannte Reining. Dieser rasanten Dressur im Westernsattel haben sich auch die Schumachers verschrieben. Gezeigt werden dabei zum Beispiel «Spins», bei denen sich das Pferd um die eigene Achse dreht oder die spektakulären «Sliding Stops» aus vollem Galopp.

Corinna Schumacher ist schon als Kind auf den Ponys des Nachbarn geritten. Als sie später Pferde für die Familie suchte, verliebte sie sich in Quarter Horses, die sie heute auch selber züchtet. Diese mittelgrossen, kräftigen Pferde, die angeblich über eine Viertelmeile die Schnellsten sind, ist die bevorzugte Rasse der Westernreiter. «Sie sind nicht nur grossartige Athleten, sondern auch sehr familienfreundlich», sagt Corinna Schumacher, die über die Quarter zum Westernsport gekommen ist: «Nur reiten im Kreis liegt mir nicht.»

Das Bestmögliche machen

In der Amateur-Kategorie hat Corinna Schumacher vergangenen Juni mit dem langmähnigen Pferd Nimble Star Wars einen EM-Titel gewonnen. Das Turnier fand auf der eigenen Anlage statt, denn anstatt sich und ihr Pferdeparadies abzuschotten, öffnen die Schumachers ihre Ranch auch anderen Westernreitern. «Damit möchten wir dem Sport, der uns so viel bedeutet hat, etwas zurückgeben.» Corinna Schumacher ist es wichtig, dass sich die Reiter und Pferde auf ihrer Anlage wohl fühlen und gute Bedingungen vorfinden. «Hier teile ich die Einstellung meines Mannes Michael: Wenn ich etwas mache, dann das Bestmögliche.» Als Anerkennung für diese Bemühungen kann sie im kommenden Sommer noch einmal die Europameisterschaften der National Reining Horse Association (NRHA) in Givrins austragen.

Als Corinna Betsch in der nordrheinwestfälischen Kleinstadt Halver geboren, blieb die heute 40-jährige gelernte Bürokauffrau bodenständiger als andere Ehefrauen von Formel-1-Piloten. Sie hält sich stets im Hintergrund, gibt keine Interviews und schottet ihr Privatleben praktisch ganz ab. Skandale und Scheidungsgerüchte gibt es keine bei den Schumachers. Michael, der selber manchmal in den Westernsattel steigt, ist stolz auf seine Frau, die auf der CS Ranch «ihr eigenes Ding macht». Die blonden Haare zum Pferdeschwanz gebunden, in T-Shirt, Jeans und Cowboy-Boots, fällt sie auf ihrem Turnier unter all den Westernreitern nur deshalb auf, weil sie mit dem Handy am Ohr ständig von einer Ecke in die andere saust. Als Organisatorin die Fäden ziehen, ihre Tochter Gina Maria anfeuern, dazwischen das eigene Pferd herausputzen und selber in den Sattel steigen, das ist ihre Welt. Eine Welt, in der es nach Pferden riecht und nicht nach Abgasen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.01.2011, 09:39 Uhr

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