Konkrete Tipps von Petkovic, Projer, Gisin und Co.

Wie erholen sich Prominente? Neun stressgeprüfte Bekanntheiten geben Auskunft.

Natur plus Bewegung: Joggen gehört zu den beliebtesten Sportarten, auch unter Prominenten. Foto: iStock, Getty Images

Natur plus Bewegung: Joggen gehört zu den beliebtesten Sportarten, auch unter Prominenten. Foto: iStock, Getty Images

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Er habe nie irgendwelche Übungen praktiziert, erklärte einst Mark Twain, der knorrige amerikanische Schriftsteller – «abgesehen von Schlafen und Ausruhen». Schlaf ist auch folgenden Prominenten wichtig. Darüber hinaus haben sie allerdings noch ein paar raffiniertere Regenerationstipps zu bieten.

Vladimir Petkovic, Nati-Coach

«Was für Spitzensportler gut ist, passt auch für den Durchschnittsbürger. Ich ernähre mich daher so, wie sich meine Fussballer ernähren. Und wenn sie neue Erkenntnisse vorstellen, übernehme ich das. Generell gilt: eine gesunde Mischung aus Fisch und Fleisch, viel Gemüse. Ich spiele Tennis, fahre Ski, gehe regelmässig aufs Laufband. Mittagsschlaf brauche ich keinen. Ich profitiere davon, dass ich immer gut schlafe. Selbst wenn die Nächte – etwa bei Länderspielreisen – kurz sind. Guter Schlaf ist die beste Regeneration.»

Vania Alleva, Unia-Chefin

«Ich versuche, aus ökologischen und ethischen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen so wenig Fleisch wie möglich zu essen. Zudem achte ich darauf, täglich frisches saisonales Gemüse und Früchte zu essen. Generell trinke ich wenig Alkohol.

Wenn immer möglich, ver-suche ich, ein- bis zweimal pro Woche joggen zu gehen. Ich brauche im Schnitt 6 bis 7 Stunden Schlaf. Unter der Woche stehe ich konsequent zur gleichen Zeit auf.»

Mujinga Kambundji, Weltklasse-Sprinterin

«Je grösser die Belastung für mein Nervensystem, desto länger schlafe ich. Neun Stunden sollten es mindestens sein, in Stressphasen dürfen es auch zwölf Stunden sein. Um mich zu erholen, verbringe ich viel Zeit auf dem Sofa und im Bett. Ich bin ein grosser Netflix-Fan, beim Aufräumen oder Abwaschen höre ich Hörbücher. Damit ich nicht zu viel zunehme, spare ich bei den Kohlehydraten. Brot habe ich deshalb nie im Haus.»

Andreas Meyer, CEO der SBB

«Ich faste. Nach der Basler Fasnacht verzichte ich bis Ostern auf Fleisch, Alkohol, Kaffee, Süssigkeiten, Süssgetränke. Auch lege ich immer wieder Tage ein, in denen ich nur Früchte und Gemüse esse. Zwischendurch esse ich auch mal eine Bratwurst. An meiner Ernährung habe ich wegen der Karriere nichts geändert.

Ich achte darauf, dass ich drei- bis viermal pro Woche Sport treibe. Ich bin polysportiv: Ich jogge, bin auf dem Hometrainer oder arbeite mit einem Schlingentrainer, bin sehr gerne in den Bergen am Bergsteigen oder auf Skitouren. Ich kann ein paar Tage mit wenig Schlaf auskommen. Dann muss ich allerdings nachholen. Einen Mittagsschlafmache ich manchmal am Wochenende.»

Omer Dzemali, Herzchirurg

«Meine Ziele: Viel Wasser trinken. Obst und Gemüse täglich mehrmals. Fleisch und Alkohol einschränken. Viermal die Woche Sport treiben – Joggen, Kraftsport, Velofahren. Nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen. Und etwa eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen alle elektronischen Geräte ausschalten.

Mittagsschläfchen wären eigentlich sinnvoll, sind aber kaum möglich in meinem Beruf. Zumal wenn ich lange operieren muss. Wenn es der Terminplan zulässt, mache ich aber durchaus mal einen Power-Nap.»

Jonas Projer, Moderator

«Ich brauche viel Schlaf. Ich hole ihn mir jeweils am Wochenende. Samstag oder Sonntag verbringen wir in der Regel so, dass meine Frau und ich uns gegenseitig schlafen lassen. Beispielsweise sie am Vormittag, während ich mit der Bande das Flughafentram nehme und den Grosseinkauf mache. Ich am Nachmittag, während sie beispielsweise ins Technorama fährt.

Früher ging ich regelmässig joggen. Heute nicht mehr, aus Zeitnot und wohl auch aus Faulheit. Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, möchte ich möglichst rasch bei der Familie sein. Das ist mein Ausgleich – das ist es, was mir sehr schnell fehlt.

Grundsätzlich esse ich, worauf ich Appetit habe oder was wir zu Hause halt gerade kochen. Da achte ich dann natürlich schon auf die Ausgewogenheit. Aber eher wegen der Kids.»

Michelle Gisin, Ski-Olympiasiegerin

«Ich habe in den letzten Jahren eine Gluten-Intoleranz entwickelt. Das war zu Beginn sehr mühsam. Inzwischen hilft sie mir jedoch, mich auch unterwegs gesund und simpel zu ernähren.

Ich bin keine grosse Schläferin. Da der Schlaf für die Erholung aber sehr wichtig ist, musste ich mir einige Rituale angewöhnen, um besser einschlafen zu können. Ich bereite immer sehr gerne alles für den nächsten Tag vor, zünde eine Kerze an, reibe die Knie und verspannte Körperstellen mit Johanniskrautöl ein und beginne dann zu lesen. Ohne einige Seiten gelesen zu haben, kann ich nicht einschlafen. Also lese ich. Und dies zu jeder Uhrzeit, was meinen Freund öfter den Kopf schütteln lässt.»

Nadja Schildknecht, Festivalleiterin

«Seit ich auf laktosehaltige Lebensmittel verzichte, fühle ich mich besser. Aber übertreiben möchte ich es nicht. Denn auf Schokolade oder andere Süssigkeiten würde ich ungern verzichten. Sport ist wie Meditation für mich. Während des Trainings kommen mir Ideen in den Sinn, welche ich oft nachher umsetzen kann. Sport treibe ich zwei- bis dreimal in der Woche. Mehrheitlich jogge ich, oder ich nutze das Fahrrad.

Normalerweise versuche ich auf sechs bis acht Stunden Schlaf zu kommen. In der heissen Festival-Phase ist das aber nicht möglich. Einen Mittagsschlaf habe ich noch nie gemacht, dazu fehlt mir gänzlich die Zeit. Im Büro bin ich fokussiert und arbeite bis am Abend durch.»

Andreas Homoki, Opernhaus-Chef

«Mit zunehmendem Alter habe ich gelernt, mich zurückzuhalten. Ich esse aber nach wie vor, worauf ich Lust habe. Am wichtigsten ist mir ein warmes Abendessen.

Ich treibe keinen Sport, bewege mich aber viel. Zum einen bei den Proben. Zum anderen laufe ich viel durchs Haus, um mit meinen Mitarbeitern zu sprechen. Ich empfange sie nicht im Büro, sondern gehe zu ihnen.

Ich versuche acht Stunden zu schlafen, was aber nicht immer gelingt. Ab und zu lege ich mich in meinem Büro für 30 Minuten aufs Ohr. Danach bin ich wieder fit.»

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 04.12.2018, 18:36 Uhr

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