Liebesfrust schürt Fremdenfeindlichkeit

Wer in seinem Liebesleben unerfüllt und frustriert ist, neigt dazu, im Umgang mit Flüchtlingen eine härtere Gangart zu bevorzugen. Zu diesem Resultat kommt eine Studie aus Deutschland.

Frust in der Liebe kann laut einer Studie Fremdenfeindlichkeit schüren: Demonstration der Pegida in Dresden. (Bild vom April 2015)

Frust in der Liebe kann laut einer Studie Fremdenfeindlichkeit schüren: Demonstration der Pegida in Dresden. (Bild vom April 2015) Bild: Jan Woitas/EPA

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Die eigenen Liebeserfahrungen haben einen starken Einfluss auf die Einstellung gegenüber Flüchtlingen und dem politischen Umgang mit Flüchtlingsfragen. Bei einer Studie des deutschen Portals Gleichklang wurden Angaben von 1000 Teilnehmern zu den Themen Liebe und Flüchtlingen ausgewertet.

Je stärker die Umfrage-Teilnehmer selbst von der Liebe enttäuscht waren und nicht mehr an die Liebe glaubten, desto überzeugter waren sie, dass es sich bei der aktuellen Fluchtbewegung um massenhaften Asylmissbrauch handle und mehr Flüchtlinge abgeschoben werden sollten. Die in der Liebe Frustrierten bekundeten zudem eine stärkere Unterstützung für die Politik der Bundesregierung, die Flüchtlingsanzahl zu begrenzen und das eigene Land gegenüber den Flüchtlingen abzuschotten.

Fast 40 Prozent Ablehnung gegen Flüchtlinge

Konkret bejahten 37 Prozent der Liebesfrustrierten negative Einstellungen zu Flüchtlingen, während dieser Prozentsatz bei den übrigen Teilnehmern lediglich 10 Prozent betrug. 38 Prozent der Liebesfrustrierten unterstützten die Abschottungspolitik der Bundesregierung gegenüber den Flüchtlingen. Bei den Nichtfrustrierten taten dies lediglich 12 Prozent.

66 Prozent der in der Liebe Frustrierten schämten sich dennoch für regierungsamtliche Kaltherzigkeit im Umgang mit den Flüchtlingen, wobei dieser Prozentsatz bei den Nichtfrustrierten auf 94 Prozent anstieg. Zwar forderten 74 Prozent der in der Liebe Frustrierten, dass Nächstenliebe die Politik leiten solle, aber bei den Nichtsfrustrierten schloss sich mit 92 Prozent eine weitaus grössere Anzahl der Befragten dieser Forderung an.

Psychologe Guide F. Gebauer zufolge sind diese Ergebnisse durchaus plausibel. Menschen mit tiefgreifender Verbitterung hätten grössere Schwierigkeiten, anderen Menschen gegenüber positiv zu begegnen. Die Ergebnisse der Umfrage würden zeigen, dass Menschen, die eine Politik der Abschottung bevorzugen, vorallem ein Problem mit sich selbst hätten.

Befragt wurden 1000 Personen nach ihren eigenen Erfahrungen und Einstellungen zur Liebe und ihren Ansichten zur Flüchtlingspolitik. An der Umfrage beteiligten sich 577 Frauen und 423 Männer im Alter von 19 bis 82 Jahren. (sda)

Erstellt: 11.08.2015, 11:07 Uhr

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