Meghan und Harry wollen den Fünfer und das Weggli

Bettina Weber hat zwar Verständnis für das abtrünnige Paar. Und doch stört sie etwas an dieser royalen Privatisierung.

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Es war immer merkwürdig, dass es als Mädchentraum gilt, Prinzessin zu werden. Denn das sah ja nie nach Abenteuer aus. Sondern immer nur nach drückenden Schuhen, doofen Hüten und fleischfarbenen Strümpfen. Und dann das dauernde Händeschütteln! Das chronische Kampflächeln! Unsereins hätte auch keine Lust, bei Königs zu arbeiten.

Man hat daher wirklich ein Herz für Meghan und Harry, wenn die da nun umsatteln wollen. Und doch stört einen etwas an dieser royalen Privatisierung.

Da ist zunächst die ganze Inszenierung: Wie dieser Abgang mit Pauken und Trompeten als Coup orchestriert wurde – obwohl er sich diskreter hätte gestalten lassen. Denn just das wollen die Sussexes ja angeblich: mehr Privatsphäre. Weshalb dann die überraschende Ankündigung mit dem grösstmöglichen medialen Fallout? Weshalb kein Rückzug auf Raten, ohne grosses Tamtam?

«Meghan und Harry haben keineswegs vor, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.»

Weil sie damit nicht nur der ganzen Familie vor versammelter Weltöffentlichkeit eins ans Bein geben konnten, sondern auch, weil ihnen damit die volle Aufmerksamkeit sicher war. Denn Meghan und Harry haben keineswegs vor, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Vielmehr sind sie fortan mehr denn je auf deren Gunst angewiesen: weil Charity ohne Publikum nicht funktioniert.

Weshalb sich das Paar im Sympathie-Wettbewerb mit der Krone schon vor Monaten in Stellung brachte und sich auf seiner Afrika-Reise als Opfer präsentierte, das unter dem Leben im goldenen Käfig litt. Allerdings nicht so sehr, dass es nun komplett mit ebendiesem brechen wollte, das dann doch nicht. Titel und Apanage und Status und Privilegien möchte das Paar behalten. Nur die lästigen Pflichten nicht.

Unsereins versteht auch das. Man nennt es sehr unroyal den Fünfer und das Weggli haben wollen.



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Erstellt: 11.01.2020, 23:57 Uhr

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