Schweizer reisen trotz Raketenangriffen nach Israel

Zwischen Israel und dem Gazastreifen fliegen Raketen. Das hält viele Schweizer nicht davon ab, trotzdem in die Region zu reisen. Eine Reisegesellschaft hat nun aber reagiert.

Unbeeindruckt: Touristen sonnen sich an der Küste des Toten Meeres, hinter ihnen ein israelischer Soldat. (4. Mai 2013)

Unbeeindruckt: Touristen sonnen sich an der Küste des Toten Meeres, hinter ihnen ein israelischer Soldat. (4. Mai 2013)

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Seit Dienstag bombardiert Israel Ziele im Gazastreifen. Militante Palästinenser schiessen Raketen zurück. Dennoch fliegen weiterhin zahlreiche Schweizer nach Israel, für Badeferien, für eine Reise in die Wiege des Christentums oder um die Familie zu besuchen.

Diesen Sonntag beispielsweise reist eine Gruppe von Schweizer Jugendlichen für zwei Wochen in das «heilige Land». Die Reise wird vom biblisch-kulturellen Reiseveranstalter Kultour durchgeführt und ist bereits seit langem ausgebucht. «Wir haben heute offiziell bestätigt, dass die Reise stattfindet. Allerdings beurteilen wir die Lage bis zum Zeitpunkt des Abfluges der Gruppe halbtäglich neu», sagte Geschäftsführer Joe Leemann gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

«Distanz zum Gazastreifen nicht unterschreiten»

Auch Hotelplan Suisse, der Reiseveranstalter der Migros, bietet weiterhin Städtereisen nach Tel Aviv oder Rundreisen durch Israel an. «Bei keiner dieser Reisen wird aber die vom EDA empfohlene Distanz von 40 Kilometern zum Gazastreifen unterschritten», sagte Hotelplan-Sprecherin Anja Dobes gegenüber der sda. «Sofern das EDA eine Reisewarnung für ganz Israel herausgibt, werden wir die Israel-Reisen absagen», sagte Dobes.

Auch Kuoni bietet Reisen nach Israel an. «Allerdings ist Israel keine Destination, die wir in unseren Katalogen anbieten», sagte Julian Chan, Mediensprecher bei Kuoni Schweiz gegenüber der sda. «Es gibt vereinzelte Kunden, die Reisen nach Israel über uns buchen. Diese kennen aber die Situation und haben häufig sogar Familie vor Ort», sagte Chan.

Tui hat Rundreisen abgesagt

Die Reisegesellschaft Tui dagegen hat alle Rundreisen in Israel bis 31. Juli abgesagt. «Gästen, die andere Israel-Reisen mit Abflugdatum bis 31. Juli über uns gebucht haben, haben wir eine kostenlose Umbuchung angeboten», sagte Roland Schmid, Mediensprecher bei Tui, gegenüber der sda.

«Im Moment sind aber weniger als zehn Personen, die über uns gebucht haben, in Israel unterwegs. Wir hatten Kontakt mit diesen Personen. Niemand wollte die Ferien vorzeitig abbrechen», sagte Schmid.

Flüge nach Tel Aviv planmässig

Auch die Flüge von der Schweiz nach Tel Aviv fliegen weiterhin planmässig. Vom Flughafen Zürich aus fliegen die Swiss und die israelische Fluggesellschaft El-Al nach Tel Aviv. «Alle Flüge werden wie geplant durchgeführt», sagte Myriam Ziesack, Mediensprecherin der Swiss.

Vom Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg fliegt EasyJet nach Tel Aviv. Die Billigairline bietet Kunden, die während der nächsten 14 Tagen einen Flug nach Tel Aviv oder von dort weg gebucht haben, an, die Flugdaten zu ändern oder eine andere Destination zu wählen. Kunden, welche eine Umbuchung wünschen, sollen sich an den Kundendienst wenden, teilte die Airline mit. (sda)

Erstellt: 11.07.2014, 20:59 Uhr

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