Selfie Sticks verboten

Viele Touristenorte reagieren auf den inflationären Gebrauch von Selfie Sticks: Der verlängerte Arm der Hobby-Fotographen wird untersagt.

Der verlängerte Arm des Fotografen: Eine Gruppe macht ein Selfie in Tacloban auf den Philippinen. (16. Januar 2015)

Der verlängerte Arm des Fotografen: Eine Gruppe macht ein Selfie in Tacloban auf den Philippinen. (16. Januar 2015) Bild: Damir Sagolj/Reuters

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Selfie Sticks – Stäbe, an deren Ende eine Handykamera montiert werden kann – werden dafür verwendet, um Schnappschüsse zu verbessern. Kritiker stören sich daran und wittern Gefahr. Ein Überblick über Orte, an denen dem Selfie-Stick-Trend Grenzen gesetzt wurden:

Italien

Am Kolosseum in Rom wurden Selfie Sticks schon im Februar verboten – als Sicherheitsmassnahme für die im Inneren des Amphitheaters ausgestellten Objekte und die 16'000 Besucher, die das 2000 Jahre alte Monument täglich aufsuchen. «Das Herumwirbeln von Hunderten Stäben kann unwissentlich gefährlich werden», erklärte Kolosseum-Sprecher Christiano Brughitta.

Vergangene Woche wurden zwei amerikanische Touristinnen festgenommen, nachdem sie ihre Namen in die Wand des Kolosseums geritzt und anschliessend ein Foto mit einem Selfie Stick gemacht hatten.

Frankreich

Im Gegensatz zu Schloss Versailles haben das Louvre-Museum und das Centre George Pompidou für moderne Kunst in Paris kein Verbot für Selfie Sticks verhängt – zumindest noch nicht. Nach einem Bericht der Zeitung «Le Monde» prüft das Pompidou derzeit, was wegen des Phänomens zu tun sei.

Das Musée d'Orsay in der französischen Hauptstadt, das impressionistische Kunst beherbergt, verbietet nicht nur Selfie Sticks, sondern Fotografie jeglicher Art.

USA

Die Smithsonian-Museen in der Hauptstadt Washington erliessen vergangene Woche ein Verbot für Selfie Sticks, auch Stative sind nicht mehr zulässig. Museumsvertreter erklärten, es handele sich um eine vorbeugende Massnahme zum Schutz von Besuchern und Museumsobjekten. Kameras und das Knipsen von Fotos sind aber nach wie vor erlaubt.

Zu den anderen Museen in den USA, wo Selfie Sticks verboten sind, gehören das Art Institute of Chicago, das Detroit Institue of Art, sowie das Museum of Modern Art und das Metropolitan Museum of Art in New York.

Österreich

Auch in der Wiener Albertina, einem der wichtigsten Museen der Stadt, sind die Fotografie-Stäbe nicht erlaubt. Museumssprecherin Sarah Wulbrandt sagte, Besucher müssten die Selfie Sticks vor dem Einlass abgeben.

Grossbritannien

Neben der National Gallery in London haben auch einige englische Fussballmannschaften Selfie Sticks aus ihren Stadien verbannt. Die National Portrait Gallery, die neben der National Gallery liegt, erlaubt die Sticks zwar noch. Doch «alles, was sich als störend erweisen könnte, wird laufend überprüft», hiess es.

Einige Kunstliebhaber würden ein Verbot für Selfie Sticks begrüssen. «Wenn man in eine Ausstellung geht, ist das Ziel doch sicherlich zu sehen, was gezeigt wird und nicht, zig Fotos von sich selbst zu machen», sagte der pensionierte Arzt Bill Doig bei einem Besuch der National Portrait Gallery.

Brasilien

In Fussballstadien in dem südamerikanischen Land sind Selfie Sticks verboten. Grund ist ihre mögliche Verwendung als Waffe bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fans, wie die Polizei sagt. Selfie Sticks waren auch bei den jüngsten Karnevalsumzügen in Rio de Janeiro untersagt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.03.2015, 20:46 Uhr

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