Montagsinterview

«So lange, bis der Schweiss läuft»

Delia Riniker ist Co-Geschäftsleiterin im Fitnesscenter Exersuisse in Schlieren. In den Arbeitspausen trainiert sie ihren Bizeps.

Mit 17 begann sie zu trainieren: Delia Riniker.

Mit 17 begann sie zu trainieren: Delia Riniker. Bild: Tom Kawara

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Reicht es noch für die Badifigur, wenn ich jetzt mit Training anfange?
Sie sind ein bisschen spät dran. Man muss da in Monaten und Jahren planen. Das sollte aber kein Grund sein, nicht heute anzufangen.

Wie oft müsste ich mich quälen, um sichtbare Erfolge zu erzielen?
Ein- bis zweimal die Woche eine halbe Stunde. Oder so lange, bis Sie ans Limit kommen und der Schweiss läuft.

Was ist das Gute am Körperkult?
Ich persönlich finds ästhetisch. Und es ist gesund! Es ist wichtig, in das Gerüst zu investieren, das einen trägt. Ohne Muskeln gibts keine Fortbewegung.

Wo liegen die Grenzen?
Wenn Medikamente ins Spiel kommen oder verbotene Substanzen. Anabolika etwa. Aber das ist bei uns kein Thema.

Also ist der Arnold-Schwarzenegger-Body out?
Nein, der geht schon in Ordnung. Ich finde ihn sogar schön. Zu einem gesunden Krafttraining, wie wir es anbieten, gehört das aber nicht.

Welches ist Ihr Lieblingsmuskel?
Der Bizeps. Und ganz allgemein der Oberkörper, die Rückenmuskulatur.

Wie oft trainieren Sie denn?
Zweimal in der Woche.

Welche Vorteile bieten Ihre Geräte gegenüber Sport im Freien?
Wir decken mehr ab, das ermöglicht gezieltes Training in kürzerer Zeit. Hier setzt man sich hin, schnallt sich fest und legt los. Da kann man nicht viel falsch machen – das schränkt das Verletzungsrisiko ein.

Andere gönnen sich ein Feierabendbier. Trinken Sie einen Eiweissdrink und machen ein paar Übungen?
Ich gehe heim zu den Kindern, wo die Action weitergeht. Krafttraining mache ich in meinen Pausen.

Sie sind täglich von fitten Leuten umgeben. Bekommt man da manchmal ein schlechtes Gewissen?
Nein, denn ich bin sehr diszipliniert. Ich muss mich bewegen, sonst fühle ich mich nicht wohl. Ich habe Mühe, jemanden zu verstehen, der gar nichts macht.

Mangelt es Übergewichtigen an Disziplin?
Ich denke nicht. Sie sind vermutlich einfach in anderen Bereichen diszipliniert. Zum Beispiel im Beruf. Diese Leute sind nicht faul. Sie haben ein anderes Körpergefühl, das nicht schlecht sein muss.

Wie überwindet man den berüchtigten inneren Schweinehund?
Es braucht ein Ziel. Und früh ein Erfolgserlebnis. Ohne das wirds schwierig. Da sind wir Angestellten gefordert. Wir müssen den Kunden ein Training zusammenstellen, das Erfolge ermöglicht.

Was könnte so ein Erfolg sein?
Wenn jemand täglich schwere Dinge heben muss und plötzlich merkt, dass ihm das leichter fällt.

Schlagersänger Leonard bekannte sich jüngst zu seiner Fitnesssucht. Was raten Sie so einem?
Trainiert so jemand bei uns, sprechen wir die Person auf jeden Fall an. Weshalb die täglichen Besuche? Oft sind es Menschen, die sonst allein sind.

Das Training als Ersatzbefriedigung? Kommt vor, ja.

Wie kommt man dazu, ein Fitnesscenter zu leiten?
Meine Gotte war mein Vorbild. Sie hatte eine tolle Figur, ich wollte auch so aussehen. Also habe ich mit 17 begonnen zu trainieren. 12 Jahre bin ich jetzt Geschäftsleiterin im Center. Seit ich Kinder habe, teile ich mir die Stelle mit meiner Kollegin.

www.exersuisse.ch

Erstellt: 16.07.2013, 07:11 Uhr

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