Studenten fordern Fleischverbot für ihre Mensa

Studierende der Uni Basel wollen in ihrer Kantine kein Fleisch mehr sehen: Sie setzen sich für eine vegetarische Mensa ein. Ein erstes Etappenziel haben sie auf dem Weg dorthin bereits erreicht.

Das soll ihnen nicht mehr auf den Teller kommen: 60 Studenten der Uni Basel wollen eine vegetarische Mensa.

Das soll ihnen nicht mehr auf den Teller kommen: 60 Studenten der Uni Basel wollen eine vegetarische Mensa. Bild: Keystone

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Studierende wollen der Universität Basel zur ersten fleischlosen Mensa der Schweiz verhelfen. Vorbild ist die Freie Universität Berlin mit der ersten vegetarisch-veganen Mensa Deutschlands. Die Basler Initianten haben jetzt ein erstes Etappenziel erreicht.

Die Studierenden, die neben einer fleisch- und fischfreien Mensa auch ein veganes Tagesmenu verlangen, haben ihren von gegen 60 Personen unterzeichneten Antrag am Dienstag dem Studierendenrat unterbreitet. Dieser habe sich mit sechs gegen zwei Stimmen bei vier Enthaltungen für die Forderungen ausgesprochen, sagte am Mittwoch Jens Hermes als einer der Hauptinitianten zur SDA.

«Ein historischer Moment»

Der 29-jährige Chemie-Doktorand, der als Veganer auf jegliche tierischen Produkte verzichtet und sich deshalb an der Uni kaum verpflegen kann, ist mit dem Entscheid des Studierendenrats überaus zufrieden, spricht gar von einem «historischen Moment». Die Uni Basel könne nun in der Schweiz zum Vorbild werden für eine tier- und umweltfreundliche Mensa.

So weit ist es allerdings noch nicht. Als Nächstes muss sich nun die Verpflegungskommission der Universität mit der Frage befassen, ob in der Mensa künftig auf fleischliche Genüsse gänzlich verzichtet werden muss. In der Kommission haben die Studierenden nur zwei von sieben Sitzen.

Mitglied des Gremiums ist auch Andreas Salathe, der die von der SV Group betriebene Mensa führt. Seinen Angaben gemäss wird derzeit für die Mensa unabhängig von den aktuellen Forderungen ein neues Konzept erarbeitet, das mehr Nachhaltigkeit zum Ziel hat. Die Reduktion des Fleischkonsums sei dabei einer der Eckpfeiler. Gleichzeitig solle das vegetarische Angebot vergrössert werden.

Wahlfreiheit soll bestehen bleiben

In der Hauptmensa und ihren drei Filialen werden pro Tag 1000 bis 1500 Menüs verkauft, davon 30 bis 35 vegetarische. Für Veganer werde es auch mit dem allfälligen neuen Konzept schwierig sein, räumt Salathe ein. Dass Fleisch weiterhin im Angebot bleiben soll, begründet er mit der Wahlfreiheit.

Allerdings könnte Salathe auch einer vollständigen Umstellung des Angebots leben: «Wenn die Studierenden eine fleischlose Küche wollen, machen wir das.» Den Kochlöffel hinschmeissen würde er deshalb nicht, versichert Salathe. Schliesslich sei es eine neue Herausforderung, ausschliesslich und zugleich gut vegetarisch und vegan zu kochen.

Erfolgreiches Veggie No 1 in Berlin

Vorbild für eine fleischlose Mensa in Basel ist den Initianten die Freie Universität Berlin, an der 2010 die erste und bisher einzige vegetarisch-veganische Mensa eröffnet wurde. Das Angebot im Veggie No 1 kommt deutlich besser an als einst erwartet, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte.

Statt 500 wie am Anfang geplant werden heute im Veggie No 1 täglich rund 1400 Essen ausgegeben. Skeptiker seien oft überrascht über die Vielfalt im Angebot, die auch ohne Fleisch möglich sei, sagte die Sprecherin weiter. (fko/sda)

Erstellt: 19.09.2012, 22:34 Uhr

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