Warum die Welt Deutschland liebt

Jahrelang hatten die USA das beste Image unter den Industrienationen. Nun mussten die Amerikaner die Leaderrolle abgeben – an ein Land, das sie schon an der Fussball-WM in Brasilien geschlagen hat.

Wer gut Fussball spielt, ist sympathischer: Deutsche Nationalspieler feiern den WM-Titel in Berlin. (15. Juli 2014)

Wer gut Fussball spielt, ist sympathischer: Deutsche Nationalspieler feiern den WM-Titel in Berlin. (15. Juli 2014)

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Manchmal ist ein Fussballspiel viel mehr als nur ein Fussballspiel. Mit dem 1:0 gegen Argentinien gewann Deutschland offenbar nicht nur die WM, sondern auch die Herzen vieler Menschen. Dafür spricht jedenfalls das Resultat des Anholt-GfK Nation Brands Index: Demnach sind seit diesem Jahr nicht mehr die USA die Nation mit dem besten Image, sondern Deutschland. Die Schweiz liegt auf Platz 8.

Der Index erhebt das Image von 49 Ländern in Bezug auf sechs Dimensionen:

  • Exporte: Image der Produkte und Dienstleistungen eines Landes
  • Staatsführung: Image der Regierung und ihr Beitrag zu globalen Themen wie Frieden und Sicherheit oder Umwelt
  • Kultur und Erbe: Image der nationalen Kulturschätze
  • Bevölkerung: Reputation der Bewohner in Bezug auf Kompetenz, Offenheit, Freundlichkeit, Toleranz etc.
  • Tourismus: Potenzial des Landes als Reiseziel
  • Investment und Integration: Attraktivität als Einwanderungsland für Studenten und Angestellte

Kein anderes Land hat im letzten Jahr so viele Punkte gut gemacht wie Deutschland – vor allem dank der Kategorie «sportliche Fähigkeiten». Das ist aber offenbar nicht der einzige Grund für das gute Abschneiden der Deutschen. Auch in Sachen Leadership hätten sie einige Ränge gut gemacht, vor allem dank ihrer starken Rolle innerhalb Europas und ihrer stabilen Wirtschaft, schreiben die Studienverantwortlichen.

Die USA hingegen haben vor allem bei der Staatsführung Boden verloren: Sie liegen punkto Beitrag zur globalen Sicherheit nur noch auf Platz 19. Das internationale Engagement der USA wird geringer eingeschätzt als in den Jahren zuvor. Trotzdem: Punkto Kreativität, Kultur und Ausbildung wird kaum ein anderes Land so gut bewertet wie die USA, weshalb insgesamt der zweite Platz resultiert.

Am meisten Image eingebüsst haben zudem nicht die Amerikaner – sondern die Russen. Sie haben drei Plätze verloren und liegen nun auf Rang 25, hinter Argentinien, China und Singapur. Grund ist die schlechtere Bewertung der Staatsführung beziehungsweise des Beitrags, den das Land zum internationalen Frieden leistet. (fko)

Erstellt: 13.11.2014, 20:07 Uhr

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