Was Microdosing bringt

Bisher waren bloss Anekdoten über die Wirkung von Psychedelika-Microdosing bekannt. Nun bringt eine Studie erste Erkenntnisse ans Licht.

Microdosing: Was ist dran am Hype?

Microdosing: Was ist dran am Hype?

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Seit zwei Jahren erscheinen immer wieder Artikel über das sogenannte Microdosing: die Einnahme von extrem geringen Mengen psychedelischer Substanzen wie LSD oder Psilocybin. Eine niedrige Dosis habe den gegenteiligen ­Effekt einer hohen Dosierung, berichten Anwender. Die Konzentrations­fähigkeit und die Kreativität würden verbessert. Inzwischen haben bekannte Autoren wie Ayelet Waldman oder Michael Pollan sich mit dem Trend beschäftigt und darüber geschrieben – Waldman etwa ist überzeugt, dass Microdosing die Symptome ihrer bipolaren Störung gelindert habe.

Was ist dran am Microdosing-Hype? Ist das tatsächlich mehr als eine neue Freizeitdroge für Leute, die sich nicht getrauen, einen ganzen Trip einzuwerfen? Die Frage ist schwierig zu beantworten, weil es kaum Studien gibt. Zwar ist belegt, dass LSD und das verwandte Psilocybin zu unkonventionellem und flexiblerem Denken führt – aber entsprechende Studien wurden stets mit hohen Dosierungen durchgeführt. Das «alltagstaugliche» Microdosing aber ist so gut wie unerforscht.

Umso interessanter ist die Studie, die ein Forschungsteam aus den Niederlanden, Deutschland und der Tschechischen Republik nun vorgelegt hat. Die Wissenschaftler rekrutierten bei einer Veranstaltung der holländischen Psychedelic Society einige Dutzend Teilnehmer. Diese wurden nüchtern auf verschiedene kognitive Fähigkeiten getestet. Nach den Tests erhielten die Teilnehmer eine Mikrodosis getrockneter psychedelischer Pilze und führten einen weiteren Test durch. Resultat: Im Durchschnitt schnitten die Teilnehmer nach der Mikrodosierung bei den beiden Kreativitätsmessungen besser ab. Die Ergebnisse für die Fluid-Intelligenz, die man grob als Problemlösungsdenken bezeichnen kann, waren in etwa gleich.

Die Verfasser der Studie räumen allerdings ein, dass ihre Versuchsanordnung den Placeboeffekt ausser Acht lasse. Sie wollen ihre Studie denn auch bloss als Motivation für weitere, doppelblind kontrollierte Studien verstehen.

(phz)

Erstellt: 27.08.2018, 15:14 Uhr

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