Was Sie über Deutsche wissen müssen

Man mag sie lieben oder hassen – aber wie gut kennen wir eigentlich unsere Nachbarn? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat eine Liste entdeckt, die uns die Deutschen erklärt.

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In jüngster Zeit war viel von deutschen Nachbarn die Rede, die sich erfrechen, unser schönes kleines Land mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Wie auch immer man sich zu diesem delikaten Thema stellen mag, ob einen jetzt eher der Einzelne oder die Masse stört – die eigentliche Frage lautet: Was wissen wir überhaupt von unseren Nachbarn? Wer ist «der Deutsche an und für sich»? Zeichnet er sich noch durch anderes aus als den Sprachduktus, der dem Schweizer gern die Ohrenhaare aus den Gehörgängen rasiert und Minderwertigkeitskomplexe verursacht?

Die Liste

Wir haben eine Antwort auf diese Frage gefunden. Die Bloggerin Liv vom Blog «A Big Life», die einige Zeit in Münster lebte, hat eine Liste verfasst. Darauf listet sie auf, was sie während ihres Aufenthalts über Deutsche gelernt hat. Was wir an der Liste besonders schätzen: Von einer Australierin verfasst, geniessen die entsprechenden Beobachtungen höchste Glaubwürdigkeit, da man davon ausgehen kann, dass innereuropäische Animositäten keine Rolle spielen. Man darf sie also getrost als Manual lesen, um unsere deutschen Nachbarn besser zu verstehen. Und wenn wir ehrlich sind, müssen wir dabei auch bemerken, dass wir Schweizer den Deutschen in vielerlei Hinsicht so unähnlich gar nicht sind. Hier die gekürzte Liste. (Die vollständige Liste finden Sie hier.)

  • Deutsche sind gut in fast allem, was sie tun. Und wenn sie es nicht sind, arbeiten sie hart daran, es zu werden, denn…
  • ...Deutsche sind gründlich. Sie arbeiten hart und sind effizient (obschon sie beinahe die kürzesten Arbeitszeiten der gesamten westlichen Welt haben). Deshalb haben sie…
  • ...die stärkste Wirtschaft Europas. Während dieser kurzen Arbeitszeiten erledigen sie wahrscheinlich doppelt so viel Arbeit, als jedes andere Land in doppelter Zeit könnte.
  • Sie sprechen besser Englisch als die meisten englischsprachigen Leute, die ich kenne.
  • Sie ertragen Idioten nicht so gut (abgesehen von betrunkenen Australiern und Amerikanern am Oktoberfest, weil wir dort lächerlich viel Geld für lächerlich viel Bier ausgeben).
  • Sie sind sehr faire Leute und halten sich an die Regeln, die der Fairness halber existieren.
  • Wenn es eine Studie gäbe über verschiedene Länder und wie gut sie in einem Club oder in einer Bar tanzen, wären die Deutschen nicht in den Top Ten. Aber bei der Enthusiasmuskomponente würden sie obenaus schwingen.
  • Deutsche sehen keine Notwendigkeit für das Prinzip des Subtextes bei einer Konversation. Das ist Zeitverschwendung, und die Deutschen mögen es nicht, ihre Zeit zu verschwenden. Wenn man es nicht so direkt wie möglich sagen kann, dann sagt man es überhaupt nicht.
  • Deutsche misstrauen jedem Getränk, das nicht sprudelt.
  • Deutsche lieben Dachshunde und scheinen immer mehrere davon zu besitzen. Interessanterweise wird dieser Hund in Deutschland nicht Dachshund genannt, sondern Dackel. Ich vermute, diese Bewunderung für Dackel rührt von ihrer physischen Ähnlichkeit mit Würsten her (und wenn ich sage «vermute», dann meine ich «bin sicher»). Denn, und diesen Punkt kann ich nicht stark genug hervorheben, …
  • ...Deutsche lieben Wurst.

Erstellt: 06.06.2012, 16:29 Uhr

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