Wo die besten Nothelfer leben

In der Schweiz gibt es grosse Wissenslücken punkto Erste Hilfe. Laut einer Umfrage wissen vier von fünf Autofahrern nicht, was an einem Unfallort zu tun ist. Im Europavergleich liegt die Schweiz damit im Mittelfeld.

Die meisten, der befragten Autofahrer in Europa, überschätzen sich - vor allem die Italiener: Eine Grafik zeigt das Erste-Hilfe-Wissen im europäischen Vergleich. Die meisten Schweizer wissen nicht, wie man einem stark blutenden Verletzten hilft: Ein Nothelferkurs im Zivildienst.


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vier von fünf Menschen in der Schweiz wissen nicht, was an einem Unfallort mit Verletzten zu tun ist. Gar über 90 Prozent der Schweizer können keine korrekte Herz-Lungen-Wiederbelebung korrekt ausführen. Der Schweizerische Samariterbund (SSB) findet diese Situation «bedenklich».

Eine Umfrage des Touring Clubs Schweiz (TCS) und des SSB in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern stellte grosse Wissenslücken bei der Ersten Hilfe fest, wie beide Organisationen am Dienstag mitteilten. Die Schweizer Bevölkerung belegt mit ihren Kenntnissen über Erste Hilfe den 7. von 14 Rängen.

Beunruhigende Zahlen

Europaweit glauben die befragten Personen gemäss der Studie mehrheitlich, die bei einem Unfall erforderlichen Erste-Hilfe-Massnahmen zu kennen. Die Resultate der Umfrage beweisen jedoch das Gegenteil - auch in der Schweiz.

Knapp fünfzig Prozent der Befragten denken, korrekt Erste Hilfe leisten zu können. In Wirklichkeit weiss jedoch nur jeder Fünfte, was an einem Unfallort mit Verletzten zu tun ist. Selbst wenn diese Zahlen leicht über dem europäischen Mittelwert liegen, seien sie beunruhigend, schreiben TCS und SSB.

Die Deutschen lagen im europäischen Vergleich an der Spitze im Wissen um die Erstmassnahmen am Unfallort. Die Portugiesen zeigten sich laut Umfrage am sichersten bei der Frage, wie der Zustand eines Verletzten kontrolliert wird. Die Tschechen waren bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Kroaten bei der Seitenlage am besten.

Am Unfallort überfordert

Die Studie zeigt zudem, dass über 80 Prozent der Schweizer die Telefonnummer 112 des Euronotrufs nicht kennen. Weiter sind fast zwei Drittel der Leute nicht in der Lage, die Lebenszeichen einer verletzten Person zu überprüfen.

Noch beunruhigender ist laut SSB, dass die grosse Mehrheit der Menschen in der Schweiz nicht weiss, wie man einem stark blutenden Verletzten hilft. Auch die stabile Seitenlage, in die ein Unfallopfer gebracht werden sollte, ist für fast 60 Prozent kein brauchbarer Begriff. «Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen unsere Beobachtungen im Alltag», schreiben die Samariter.

Europaweites Problem

Die europäischen Länder kommen bei der Umfrage insgesamt nicht gut weg. Die befragten Personen kennen zum Grossteil nicht einmal die einfachsten Grundlagen der Ersten Hilfe. Trotzdem glaubt die Mehrheit der Europäer zu wissen, welche Hilfeleistungen im Notfall anzuwenden sind.

Die Umfrage wurde 2012 in 14 europäischen Staaten durchgeführt. In jedem Land wurden 200 Automobilistinnen und Automobilisten in drei Altersstufen befragt. Die Umfrage bestand aus zehn Fragen, zwei davon beinhalteten praktische Übungen. Wer in der Schweiz Auto fahren lernt, muss einen Nothilfekurs absolvieren. (wid/sda)

Erstellt: 19.03.2013, 13:32 Uhr

Die meisten Schweizer wissen nicht, wie man einem stark blutenden Verletzten hilft: Ein Nothelferkurs im Zivildienst. (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

US-Rapper legt mit Twitter Polizei-Notruf lahm

Die Polizei von Los Angeles ermittelt gegen den Rapper The Game. Dieser hatte mit einer speziellen Aktion über Twitter den Ärger der Behörden auf sich gezogen. Mehr...

Vater und Sohn sterben am Montblanc

Ein Zwölfjähriger stürzte während einer Tour mit dem Vater durch das tief verschneite Montblanc-Massiv ab. Der Mann setzte einen Notruf ab, doch beide konnten nur noch tot geborgen werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Mamablog Die Jugendbewegung wird zur Elternbewegung

Sweet Home Tapeten zum Selbermalen

Die Welt in Bildern

Sie sind nun keine Kinder mehr: Junge Erwachsene nehmen an einer traditionellen Zeremonie in Seoul teil, bei der sie den Übertritt in ihr 19. Lebensjahr feiern. Sie dürfen nun ihre eigenen Lebensentscheidungen fällen, wählen gehen und Alkohol trinken. (20. Mai 2019)
(Bild: Ed Jones) Mehr...