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Amerika kann nicht aus seiner Haut

Die USA mögen die Rassentrennung vor Jahrzehnten abgeschafft haben. Im Alltag aber zeigt sich fast überall Rassismus.

In Los Angeles gingen gestern wie überall im Land empörte Menschen auf die Strasse. Foto: Lucy Nicholson (Reuters)
In Los Angeles gingen gestern wie überall im Land empörte Menschen auf die Strasse. Foto: Lucy Nicholson (Reuters)

Etwa eine halbe Stunde nachdem ein Bezirksstaatsanwalt in St. Louis, Missouri, verkündet hatte, dass gegen Darren Wilson keine Anklage erhoben werde, konnte man in New York einen Demonstrationszug von der Seventh Avenue kommend in die 23. Strasse einbiegen sehen. Die Leute, überwiegend jung, überwiegend weiss, riefen: «Black lives matter!», das Leben von Schwarzen zähle genauso. Links und rechts marschierte ein Vielfaches von Polizisten mit – wie dickes, blaues Isolierband um ein dünnes, allerdings sehr geladenes Kabel. Am Times Square, der betriebsamsten Kreuzung des ganzen Landes, riefen die Demonstranten: «Jail killer cops!», sperrt Killer-Polizisten weg, und immer wieder: «Hands up, don’t shoot!» New-York-Touristen, die aus den Broadway-Theatern kamen, hörten: «NYPD, KKK, how many kids did you kill today?» Für Ortsfremde: Dies ist eine Frage an das New York Police Department und den Ku-Klux-Klan. Unsachliche Frage? Weil die Polizei von New York nicht für Fälle in Missouri zuständig ist? Na ja.

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