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«Aufgehört, den Stand der Dinge im Stundenrhythmus abzurufen»

Onlineportale, Twitter, Facebook – das Informationsangebot über die Katastrophe in Japan ist riesig. Der Soziologe Dirk Baecker über die Gefahr von zu viel Information und die Medien als mögliche Profiteure.

Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)  im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Keystone
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Keystone
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Reuters
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Das Interesse an der Medienberichterstattung aus Japan war riesig und brach bei den Onlinemedien alle Zugriffsrekorde. Wie kommt es, dass das Informationsbedürfnis schlagartig wieder sinkt? Das ist auf drei Gründe zurückzuführen. Man hat festgestellt, dass die Katastrophe in Japan wesentlich länger dauert, als anfangs gedacht, und deshalb aufgehört, den Stand der Dinge im Stundenrhythmus abzufragen. Zweitens hat man verstanden, dass man sich nun Gedanken zur atomaren Energiepolitik in Europa machen muss. Hierfür braucht man Hintergrundinformationen und ebenfalls kein stündliches Update. Schliesslich könnte es eine Rolle spielen, dass die Informationspolitik der Betreiberfirma Tepco und der japanischen Regierung zögerlich, diffus und verdächtig ist und man deshalb den Medien nicht mehr traut, die diese Informationen weitergeben.

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