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Aus dem Rampenlicht ins Spital

Eine Herzerkrankung kann jeden treffen. Auch vor Prominenten machen sie nicht Halt.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat jüngst wieder von sich reden gemacht, als ihm in New York zwei so genannte Stents in eine Herzarterie eingesetzt wurden. Mit diesen feinen Gittergerüsten in Röhrchenform behoben die Ärzte eine Gewebeschwäche am Blutgefäss. Die Operation wurde nötig, weil sich der 63-jährige Clinton in den Tagen zuvor unwohl gefühlt hatte. Grund dafür war ein vor sechs Jahren nach einem Herzanfall gelegter Bypass, der völlig verstopft war. Ärzte hatten damals die Essgewohnheiten – Clinton galt als Vielesser – für die Herzprobleme verantwortlich gemacht.

Rasche Einlieferung hilft

Bundesrat Hans-Rudolf Merz hatte weniger Glück. Er erlitt seinen Herz-Kreislauf- Stillstand im Herbst 2008 völlig überraschend während eines Spaziergangs. Nur dank der raschen Einlieferung ins Spital Herisau, wo man ihn reanimierte, überlebte er den Vorfall. Noch am selben Abend wurden ihm nach der Verlegung ins Kantonsspital St. Gallen fünf Bypässe gelegt. Rund vier Monate später konnte er das Amt des Bundespräsidenten für das Jahr 2009 antreten. Für Aufsehen gesorgt hatte vor sieben Jahren auch der Herzinfarkt von Herbi Lips, einem der Initianten des Weihnachtszirkus’ Conelli. Ähnlich wie bei Clinton sieht Lips den Grund für seinen Infarkt im jahrelang zu hohen Cholesterinspiegel. Dank den richtigen Medikamenten ist er heute wieder fit und kann sich mit Herz und Seele seinem Weihnachtszirkus widmen

Nicht nur ältere Menschen betroffen

Doch nicht immer trifft es ältere Menschen. Schlagzeilen machte kurz vor Weihnachten das Schicksal des erst 50-jährigen IBM-Schweiz Chefs Daniel Rüthemann. Er verstarb beim Joggen an den Folgen eines Herzinfarkts. Auch Meldungen über den plötzlichen Herztod prominenter Fussballer wie dem Ungarn Miklos Feher oder dem Spanier Antonio Puerta schrecken mit beständiger Regelmässigkeit auf. Beide waren Nationalspieler und beiden blieb das Herz während eines Spiels auf dem Fussballplatz stehen.

Vorschäden und grosse Strapazen

Wie ist es möglich, dass solchen gesunden, vitalen Menschen in ihren besten Jahren plötzlich das Herz versagt? Fast immer lautet die Diagnose: vorgeschädigtes Herz, das zu grossen Strapazen ausgesetzt wurde. Erkrankungen der Herzkranzgefässe, eine infektbedingte versteckte Herzmuskelentzündung oder auch eine genetisch bedingte Verdickung der Herzmuskelwände. Trotz Aufsehen erregenden Beispielen ist die Häufigkeit des plötzlichen Herztodes bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen insgesamt aber gering.

Schwere Zeit nach dem Infarkt

Auch der jahrelange Radiomoderator Ruedi Josuran kennt die Gründe für den Herzinfarkt, den er im letzten Frühling erlitten hatte. Bei ihm waren es ein hoher Blutdruck und seine familiäre Risikobelastung. Er beschreibt besonders die Zeit nach dem Infarkt als schwer: «Als ich zum ersten Mal alleine zuhause sass, beunruhigte mich plötzlich das kleinste Atemgeräusch, ich traute mir selbst nicht mehr.» Dies jedoch braucht ihn nach Ansicht von Ärzten nicht zu beunruhigen. Es ist eine typische Reaktion, wie sie viele Herzpatienten kennen.

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