Das Bild auf seiner Haut

Darf man Tattoos kopieren und beispielsweise in einem Videospiel zeigen? Diese Frage müssen jetzt Juristen in den USA klären.

Voll tätowiert: Die linke Wade von Lionel Messi. Foto: Sergio Perrez (Reuters)

Voll tätowiert: Die linke Wade von Lionel Messi. Foto: Sergio Perrez (Reuters)

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Basketballer LeBron James, ein Superstar in der amerikanischen Profiliga NBA, ist über und über tätowiert. «Meine Tätowierungen sind Teil meiner Persönlichkeit und meiner Identität», sagt er. Am rechten Unterarm trägt der 34-Jährige zum Beispiel die Zahl «330», die Postleitzahl seiner Heimatstadt Akron in Ohio. Auf dem rechten Oberarm ist der Name seiner Mutter Gloria verewigt. Auf seinem Rücken steht «Chosen 1», der Auserwählte. Ein unter Sportfans gern erzählter Witz ist, dass er dieses Tattoo bereits bei der Geburt trug.

Verschiedenen Schätzungen zufolge sind zwischen 55 und 70 Prozent der NBA-Spieler tätowiert. In der amerikanischen Gesamtbevölkerung sind es zwischen 30 und 45 Prozent. Laut United States Copyright Office liegt das Copyright für jede kreative Illustration beim Urheber, das schliesse Tätowierungen mit ein. Die «New York Times» hat nun die Frage aufgeworfen, ob das bedeutet, dass die Hautbilder, obwohl sie oft sehr persönlich sind, ihren Trägern gar nicht gehören.

Tätowierte haben natürlich das Recht, die Bilder auf ihrer Haut in der Öffentlichkeit zu zeigen, was auch fürs Fernsehen oder für Druckerzeugnisse aller Art gilt. Aber wenn die Tattoos auch digital nachgebildet werden, etwa in einem Videospiel, in dem zum Beispiel ein Avatar von LeBron James auftritt, könnte die Sache ganz anders aussehen.

Der Anwalt Michael Kahn, der unter anderem den Designer des berühmten Gesichtstattoos des früheren Boxers Mike Tyson vertritt, argumentiert, dass eine Figur in einem Videospiel eine Cartoon-Version des Originals sei, was die Rechtslage ändere. Videospiele werden immer realistischer und bilden auch die Tattoos der Protagonisten ab. In den USA sind mehrere Verfahren anhängig, in denen geklärt werden soll, ob damit die Copyright-Rechte der Tätowierer verletzt werden. Es geht um Geld.

Messis Tattoos in «Fifa 18»

Auch Europa könnte betroffen sein. Im Fussballspiel «Fifa 18» sind etwa die vielen Tätowierungen von Lionel Messi (31) zu sehen, der unter anderem ein Bildnis von Jesus auf dem rechten Arm trägt. Eine Anfrage der «Times», was das für die Zukunft bedeuten könnte, liess der Hersteller Electronic Arts unbeantwortet.

Bei einem der berühmtesten Fussballer der Welt ergeben sich diesbezüglich keine Probleme: Der Portugiese Cristiano Ronaldo hat nicht eine einzige Tätowierung. Seine Begründung: Er gehe regelmässig Blut spenden.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 06.01.2019, 22:48 Uhr

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