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Das Herz fordert einen Neuanfang

Nach einer Herzoperation steht oft ein Bruch mit alten Lebensgewohnheiten an. Denn die Risikofaktoren haben Patienten lieb gewonnen. Am besten funktioniert der neue Anfang meist in einer stationären oder ambulanten kardiologischen Rehabilitationseinrichtung.

Herzpatienten brauchen nach einem Eingriff oder einem Infarkt nicht nur Ruhe und Betreuung. Sie müssen auch verstehen, was zur Krankheit geführt hat. So früh wie möglich verbringen sie deshalb Zeit in einer Rehabilitationsklinik. Hans-Andreas von Kurnatowski von der Rehabilitationsklinik Hasliberg sagt: «In der stationären Rehabilitation ist die medizinische Betreuung nahezu ‚rund um die Uhr’ gewährleistet. » Letztlich soll die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden. Für den medizinischen Teil wird individuell ein Rehabilitationsprogramm gestaltet, das auf einer Leistungsdiagnostik fusst. Während des Aufenthalts werden die Herzfunktionen kontinuierlich überprüft, die Risikofaktoren kontrolliert. Bei dieser Transparenz ist es möglich, auf Änderungen sofort einzugehen. «Insbesondere die Herzmedikamente brauchen eine gewisse Zeit, bis sie optimal eingestellt sind», so Kurnatowski.

Erlernen einer gesunden Lebensführung

Nicht weniger wichtig als die medizinische Seite ist die Gesundheitsschulung. «Oftmals haben sich schlechte Lebensgewohnheiten wie zu wenig Bewegung, Rauchen oder eine falsche Ernährung verbunden mit Übergewicht über Jahre hinweg eingeschlichen. Und das ging solange gut, bis es zum Ausbruch der Erkrankung gekommen ist», sagt von Kurnatowski. Die Gesundheitsschulung soll Patienten helfen, aktiv in den Krankheitsverlauf einzugreifen. Nur wer umfassend über die Ursachen, den Verlauf, die Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Erkrankung informiert ist, kann etwas ändern. Beispielsweise eine Ernährungsberatung leistet hierbei einen wichtigen Beitrag. Individuell wird hier beraten, denn nicht jede Art der gesunden Ernährung passt zu jedem Patienten.

Bewegung als Wundermittel

Das Hauptrisiko bei Herzpatienten ist Bewegungsmangel – und dem können die Patienten theoretisch sehr einfach auf die Sprünge helfen. In der Rehabilitation lernen sie, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Als besonders geeignete Sportarten gelten Ergometertraining, Wandern und Schwimmen. Das kann ein entscheidender Faktor sein, um Stress sinnvoll zu bewältigen. Denn gerade auf Stress reagiert der Organismus, indem die Pulsfrequenz und der Blutdruck erhöht wird und durch die Ausschüttung von Fettstoffen und Zucker körperliche Höchstleistungen erreicht werden. Gift für einen Patienten. Das Erlernen von Entspannungstechniken gibt neben Sport ein wirksames Werkzeug, Stress aus ihrem Leben nach der Operation möglichst fernzuhalten. Abgerundet wird die kardiale Rehabilitation durch psychologische Betreuung. Herzexperte von Kurnatowski: «Die Patienten müssen lernen, mit dem Erlebten – etwa einem kurzzeitigen Herzstillstand – umzugehen und wieder Vertrauen in ihren Körper zu fassen.»

Erfahrungsaustausch nach der Reha

Zurück im Alltag gilt es dann, das Gelernte konsequent und auf Dauer anzuwenden. Unterstützend sind hierbei sogenannte Herzgruppen. Hier können Betroffene ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig motivieren einen dauerhaft gesünderen Lebensstil zu pflegen.

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