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Das Land der Mütter

In Norwegen haben es Mütter und Kinder am besten, das zeigt eine aktuelle Studie. Die Schweiz schliesst nur mittelmässig ab. Es gäbe hierzulande noch einiges zu verbessern.

In Norwegen ist die Mutter Königin: Die norwegische Kronprinzessin Mette Marit mit ihrem Söhnchen Sverre Magnus.
In Norwegen ist die Mutter Königin: Die norwegische Kronprinzessin Mette Marit mit ihrem Söhnchen Sverre Magnus.
Reuters

Bereits zum 12. Mal veröffentlicht die internationale Kinder-Hilfsorganisation Save the Children einen «Bericht zur Lage der Mütter der Welt». Die Studie untersucht die Lebensumstände von Müttern in 164 Ländern.

Als Kriterien wurden neben der Kinder- und Müttersterblichkeit unter anderem auch Faktoren wie die durchschnittliche Zahl der Schuljahre und die Länge des zugesicherten Mutterschutzes für berufstätige Frauen in den jeweiligen Ländern herangezogen.

Strahlende Siegerinnen

In diesem Jahr wird der Welt-Mütter-Index von Norwegen, Australien und Island angeführt.

Die schulische Ausbildung einer norwegischen Mutter dauert durchschnittlich 18 Jahre, die Lebenserwartung beträgt 83 Jahre. 82 Prozent der Norwegerinnen benutzen moderne Verhütungsmittel und nur eine von 175 Müttern verliert ihr Kind vor seinem fünften Geburtstag.

Am anderen Ende des Indexes steht Afghanistan. Die Lage der Mütter ist dort geradezu dramatisch: Afghanische Frauen gehen weniger als fünf Jahre zur Schule, ihre Lebenserwartung beträgt nur gerade 45 Jahre und ein Kind von fünf stirbt noch vor seinem fünften Geburtstag. Das bedeutet, dass fast jede Mutter in Afghanistan ein Kind verloren hat. Jede elfte Mutter stirbt in Afghanistan bei der Geburt ihres Kindes, im Vergleich: In Griechenland verstirbt in 31'800 Fällen eine Frau an den Folgen der Geburt.

Die Hälfte der ruandischen Parlamentarier sind Frauen

Europäische Länder, zusammen mit Australien und Neuseeland, führen die Studie an. Save the Children führt die gravierenden Diskrepanzen der Schlusslichter der Länderstudie auf die wirtschaftliche Unterentwicklung und politische Instabilität zurück. Dennoch sei bei der Verallgemeinerung der Zahlen Vorsicht geboten: Während in Afghanistan und Chad weniger als 15 Prozent der Geburten von Hebammen und Ärzten begleitet werden – in Äthiopien sogar weniger als sechs Prozent – ist in Sri Lanka in 99 Prozent der Geburten ausgebildetes Personal zugegen.

Während in Syrien, Marokko oder im Oman die Frauen weniger als ein Viertel dessen verdienen, was ein Mann als Entlöhnung erhält, verdienen in Mozambique Mann und Frau fast gleich viel. In Katar oder Saudiarabien sind die Frauen gänzlich aus den Parlamenten ausgeschlossen, in Ruanda besetzen sie über die Hälfte der Parlamentssitze.

Die USA schneidet unter den industrialisierten Ländern mit Platz 31 am schlechtesten ab. Die Sterblichkeitsrate der Mütter bei der Geburt ihres Kindes liegt bei 1 von 2100, nur 58 Prozent der Kinder besuchen einen Kindergarten und die Mutterschaftsversicherung ist prekär.

Was die Schweiz verbessern müsste

Die Schweiz belegt Rang 14 des Welt-Mutter-Indexes. Eine von 7'600 Müttern stirbt bei der Geburt und ein Kind von 1000 stirbt vor seinem fünften Geburtstag. 78 Prozent aller Schweizerinnen benutzen moderne Verhütungsmittel und die Lebenserwartung beträgt 84 Jahre. Die Ausbildungsdauer beträgt für Schweizerinnen durchschnittlich 15 Jahre, Kindergarten und Grundschule sind obligatorisch. Ein Kind von 1000 stirbt vor seinem fünften Geburtstag.

Der Schweizer Mutterschaftsurlaub dauert 14 Wochen, während derer 80 Prozent des Gehaltes ausbezahlt werden, im Vergleich: In Dänemark, Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Grossbritannien wird der Mutter eine einjährige Auszeit gewährt – und das bei einer hundertprozentigen Lohnentschädigung.

SDA/lcv

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