Das liebe Geld

Ist unsere Beziehung zum Bargeld ein kleines bisschen obsessiv?

Die Schweizerische Nationalbank präsentiert die neue 100er-Banknote. Video: Tamedia

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Heute wird die Hunderternote aus dem Verkehr gezogen. Alberto Giacometti ist darauf abgebildet. 1998 wurde sie eingeführt. Zusammen mit anderen Noten, die Schweizer Künstler wie Arthur Honegger oder Sophie Taeuber-Arp abbildeten.

1998! Was seither alles geschehen ist! Die Nuller und Zehnerjahre verflogen, 9/11, der arabische Frühling, Trumps Wahl, Doris Leuthard wurde in den Bundesrat gewählt und trat elf Jahre später wieder ab, Apple erfand den iPod, Hipsterbärte, Smartphones, Kinder wurden geboren, wuchsen heran, sind inzwischen Erwachsene. Das alles hat Alberto miterlebt.

Jetzt ist er weg. Ersetzt durch eine Note, die eine Suone zeigt, die für das Wallis typischen Wasserleitungen. Auch toll. Die Präsentation war ein Ereignis, 13 Jahre lang wurde am Design der Note gefeilt, schliesslich stellt man in der Schweiz die schönsten – und vor allem fälschungssichersten – Noten der Welt her.

Ja, es ist schön, haben wir noch Münzen und Noten.

Dass sie als Kokainröhrchen missbraucht werden und den Drogendealern und Schwarzarbeitern das Leben einfach machen, ist nicht ideal. Und klar, sie sind Bakterienschleudern.

Aber die Vorteile überwiegen. Die Haptik! Das Gefühl, einen Wertgegenstand in der Hand zu haben. Manchmal sogar eine Münze aus der Zeit der Weltkriege! Ja, es ist schön, haben wir noch Bargeld. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In gewissen Ländern hat man bereits elektronisches Geld eingeführt. Der gläserne Bürger lässt grüssen. Haha, die Schweden, die schauen dann schön blöd drein, wenn ihr Chlütter plötzlich weg ist. Nur Bares ist Wahres!

Aber wissen Sie was? Es ist nur Geld. Hauptsache, ich habe möglichst viel davon.

Erstellt: 03.09.2019, 14:23 Uhr

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