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Das missbrauchte Kuckuckskind

Im Leben von Esther T.* ist vieles schiefgelaufen. Missbraucht vom vermeintlichen Vater, erfuhr sie erst mit 25 Jahren, dass ihr leiblicher Vater der langjährige Liebhaber ihrer Mutter war, der oft zu Besuch kam.

Ihre Mutter hat sich in die Lüge hineingelebt: Heute, mit 30 Jahren, ist Esther T. eine Quereinsteigerin ins Leben.
Ihre Mutter hat sich in die Lüge hineingelebt: Heute, mit 30 Jahren, ist Esther T. eine Quereinsteigerin ins Leben.
Sabina Bobst

Sie war in der Klinik, als sie es erfuhr – an einem Ort, wo sie eigentlich gesund werden sollte. Damals, vor fünf Jahren, war sie eingeliefert worden: Depressionen, Wahrnehmungsverschiebungen, Suizidgefahr. Der vorläufige Endpunkt aller Probleme, welche die 25-Jährige schon während der Pubertät gequält hatten. Esther T. fühlte sich minderwertig, überflüssig. Sie hatte Bulimie und Anorexie, ritzte sich selber. Sie erinnert sich noch genau, was sie an diesem Tiefpunkt in der Klinik zu ihrer Mutter sagte: «Ich habe alle schlechten Gene von meinem Vater.» Worauf ihre Mutter antwortete: «Was würdest du davon halten, wenn er gar nicht dein Vater wäre?»

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