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«Das Unerwartete macht uns schlauer»

Um die Leser und Zuschauer zurückzuholen, brauche es einen konstruktiven, an Lösungen interessierten Journalismus. Ulrik Haagerup, Nachrichtenchef des dänischen Rundfunks, hat Erfolg damit. Aber was heisst «konstruktiv»?

Mit Ulrik Haagerup sprach Jean-Martin Büttner
Umdenken im Journalismus: Ulrik Haagerup über die Bedeutung des konstruktiven Journalismus. Quelle: Youtube/Deutsche Welle Global Media Forum

Ihr Buch über den konstruktiven Journalismus gibt in den Medien viel zu reden. Das war die Idee. Ich wollte eine Debatte auslösen. Ich möchte aufzeigen, dass wir anders über die Welt berichten können. Nicht bloss positiver, wie mir oft unterstellt wird, sondern konstruktiver.

Dennoch bleiben viele Journalisten skeptisch. Das erlebe ich differenzierter. Die überwiegende Reaktion, die ich von Journalisten bekomme, ist Zustimmung: Sie sind froh darüber, dass jemand die Frustration thematisiert, die sie bei ihrer Arbeit erleben. Und sie sind an Alternativen interessiert. Daneben gibt es natürlich die reflexartig kritische Reaktion. Sie kommt von Journalistinnen und Journalisten über fünfzig, also meine Generation. Diese Generation hat gelernt, dass eine tolle Geschichte meistens eine schlechte Nachricht überbringt. Und dass jeder, der dieses Selbstverständnis hinterfragt, einen kritischen Journalismus verhindern möchte.

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