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Der Garfield-Effekt

Runde Meersäuli und Chüngel mit Doppelkinn: Jedes zweite Haustier in der Schweiz ist zu dick. «Falsche Liebe» gilt als Hauptauslöser des Problems.

Auch in der Schweiz ein Problem: Kater Tabby im amerikanischen Santa Fe.
Auch in der Schweiz ein Problem: Kater Tabby im amerikanischen Santa Fe.
Keystone

Schätzungsweise über 200‘000 Hunde und bis zu 675‘000 Katzen in der Schweiz sind zu dick. «Übergewicht bei Haustieren ist ein echtes Problem», sagt der Bremgartner Tierarzt Markus Trüssel in der «SonntagsZeitung».

Neben runden Meersäuli und Chüngel mit Doppelkinn sind auch Pferde, Ponys und Esel betroffen. Die Folgen: extrem schmerzhafte Hufentzündungen bei Pferden, die bis zum Einschläfern führen können. Bei Hunden und Katzen sind es Hüftschäden, Bänderrisse, Arthrose, Ekzeme, Atem- und Herzprobleme, Diabetes und ein vorzeitiger Tod. Das zeigte ein Versuch mit Labradoren, die 25 Prozent weniger Futter bekamen. Sie lebten im Durchschnitt 1,8 Jahre länger als die normal gefütterten, leicht adipösen Vergleichshunde.

«Kein Kavaliersdelikt»

Den Hund, die Katze oder das Meersäuli dick zu füttern, «das ist nicht einfach ein Kavaliersdelikt, und das sage ich den Tierhaltern explizit», erklärt Trüssel. Rund 40 Prozent der Halter unterschätzen das Gewicht ihres zu dicken Hundes wie Studien zeigen. Die Gründe, dass Halter ihre Tiere rund füttern, sind nicht böse Absicht, sondern falsche Liebe, schlechtes Gewissen, weil sie zu wenig Zeit haben, und Unwissenheit.

Erziehungsmethoden, bei denen das Tier vor allem mit Futter belohnt wird, tun ein Übriges. «Da muss man andere Belohnungsmechanismen entwickeln», sagt Trüssel, «streicheln, spielen, Futter verstecken und artgerechte Haltung mit viel Bewegung.»

Tierärzte raten zu speziellem Diätfutter. Die Produkte, die nur in Tierarztpraxen verkauft werden, sind ein Renner. «Light»-Futter aus dem Supermarkt genügt nicht. Es enthält immer noch zu viel Kalorien», erläutert Simone Forterre, Spezialistin für Ernährungsfragen an der Berner Vetsuisse-Fakultät.

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