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Der Mann, der beim Terror in Paris seine Frau verlor

Antoine Leiris reagiert mit Grösse auf das Grauen von Paris. Ein paar schlichte Worte auf Facebook machten ihn zu einer Figur der Zeitgeschichte.

Antoine Leiris: Das graue Wolljackett ist seine Rüstung für die Welt da draussen. Foto: Sandrine Roudeix (Fayard)
Antoine Leiris: Das graue Wolljackett ist seine Rüstung für die Welt da draussen. Foto: Sandrine Roudeix (Fayard)

In Frankreich nennen sie ihn den Mann ohne Hass. Antoine Leiris ist sein Name. Bis vor wenigen Monaten war er ein gewöhnlicher junger Mann, er war Nachbar, Kollege, Ehemann, Vater. Dann brach der Terror in seine Leben ein. Am 13. November erschossen Terroristen seine Frau im Pariser Bata­clan. Hélène Muyal-Leiris starb im Kugelregen der Kalaschnikows. Sie war 35 Jahre alt. Und Antoine Leiris wurde, über Nacht, zu einer Figur der Zeitgeschichte: Held und Opfer zugleich. Er verkörperte Schmerz und Trauer. Er machte das Unfassbare etwas fassbarer. Denn als er nach unendlich langen Stunden der Ungewissheit erst am folgenden Tag vom Tod seiner Frau erfuhr, schrieb Leiris ein paar schlichte Worte und postete sie auf Facebook: «Freitagabend habt ihr das Leben eines ausserordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes, aber meinen Hass bekommt ihr nicht.»

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