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Die mächtigste Droge der Welt

Er macht Fremde zu Freunden, er führt erst zur Umarmung und dann zur Schlägerei – ein Streifzug durch 5000 Jahre Alkoholgeschichte.

Winston Churchill, der etwas vom Trinken verstand, nannte die Prohibition ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Amerikaner liessen sich nicht beeindrucken. Am 16. Januar 1920, eine Minute nach Mitternacht, trat der 18. Zusatz­artikel zur amerikanischen Verfassung in Kraft. Er verbot Herstellung, Verkauf, Import und Export von berauschenden Flüssigkeiten im ganzen Land.

Das Verbot, radikaler als andere Versuche in Ländern wie Island, Finnland oder Norwegen, gründete – wie vieles in den USA – im Religiösen. Die Abstinenzbewegung ging im 19. Jahrhundert aus der Verzichtskultur des protestantischen Puritanismus hervor, die Brauer und Winzer hingegen waren Katholiken. Eingewanderte Iren und Polen brannten Whisky, die Italiener kelterten oder importierten Wein, deutsche Unternehmer wie Frederick Miller, Joseph Schlitz, Eberhard Anheuser und Adolphus Busch brauten Biere.

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