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Die Planet Solar ist am Ziel

Das Solarboot hat allein mit Hilfe von Sonnenenergie die Erde umrundet. Gestern lief der Katamaran in Monaco ein. Er war 584 Tage, 23 Stunden und 31 Minuten unterwegs gewesen.

Die letzten Meter vor der Ziellinie: Die Planet Solar trifft mit ihrer Besatzung im Hafen von Monaco ein. (4. Mai 2012)
Die letzten Meter vor der Ziellinie: Die Planet Solar trifft mit ihrer Besatzung im Hafen von Monaco ein. (4. Mai 2012)
Keystone
Initiator der Projekts: Mit dem Neuenburger Raphaël Domjan war auch ein Schweizer an Bord. (4. Mai 2012)
Initiator der Projekts: Mit dem Neuenburger Raphaël Domjan war auch ein Schweizer an Bord. (4. Mai 2012)
Keystone
Der Solarkatamaran soll nach Angaben der Werft eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa acht Knoten (15 km/h) erreicht haben.
Der Solarkatamaran soll nach Angaben der Werft eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa acht Knoten (15 km/h) erreicht haben.
Keystone
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Die Planet Solar war am 27. September 2010 zu ihrer Weltumrundung aufgebrochen. Heute Nachmittag kam sie im Hafen des Fürstentums Monaco an und beendete damit ihre über einjährige Reise, bei der sie 28 Länder angelaufen hatte.

Die Crew ging um 15.15 Uhr im Hafen an Land. Zur Mannschaft gehörte auch Planet Solar-Initiator Raphaël Domjan. «Es ist aussergewöhnlich, was wir gemacht haben», sagte der Westschweizer auf Englisch im PlanetTV.

Angesprochen auf die Wirkung seiner Reise, sagte der 39-Jährige, der Ball liege nun bei der Politik. «Wir haben gezeigt, dass es möglich ist. Damit wollten wir der Politik einen Impuls geben.» Anschliessend liess er zusammen mit seinen Teamkollegen die Champagner-Korken knallen.

Von Burkhalter beglückwünscht

Ziel der Weltumrundung war es denn auch, das Potenzial von erneuerbaren Energien aufzuzeigen und der Forschung Impulse zu geben. Der Name Tûranor - «Stärke der Sonne» - stammt aus J.R.R. Tolkiens «Herr der Ringe».

Aussenminister Didier Burkhalter, der eigens für die Ankunft des Solarbootes nach Monaco gereist war, gratulierte der Crew. Die Planet Solar verbreite das Bild einer innovativen Schweiz, sagte der Bundesrat in einem Interview mit PlanetTV.

Dabei handle es sich jedoch nicht nur um ein Bild, sondern um Realität. Es sei die Aufgabe der Schweiz und gehöre zu ihrer Verantwortung, alternative Energieformen zu finden, sagte Burkhalter. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte das Projekt mit 300'000 Franken unterstützt.

Fürstlicher Besuch erwartet

Neben Burkhalter waren auch weitere Persönlichkeiten nach Monaco gereist, darunter «Präsenz Schweiz»-Chef Nicolas Bideau und Philippe Leuba, Regierungsrat aus dem Kanton Waadt, wo das Unternehmen Planet Solar beheimatet ist.

Fürst Albert II. von Monaco wird am Samstag dem Solarboot einen Besuch abstatten. Bis am Montag wird der Katamaran in Monaco bleiben. Dann geht die Reise weiter nach Marseille, wo vom 9. bis 12. Mai die «Europäischen Solartage» stattfinden werden.

«Die erfolgreiche Weltumrundung ist für das Unternehmen Planet Solar zugleich der Start in eine neue Ära», lässt sich der Deutsche Solarpionier Immo Ströhler, Hauptaktionär von Planet Solar SA, in einem Communiqué zitieren. Man wollen die Kontakte, die Erfahrungen und das Know-How für weitere Projekte nutzten. Ausserdem erwäge man, so Ströhler, das Solarboot für wissenschaftliche oder kommerzielle Zwecke zu vermieten oder gar zu verkaufen.

Der 95 Tonnen schwere Katamaran ist 31 Meter lang und 15 Meter breit. 40 Personen haben darauf Platz. Das Boot trägt auf seiner Oberseite Photovoltaik-Solarmodule mit einer Fläche von 537 Quadratmetern und fährt mit durchschnittlich 14 Stundenkilometern (7,5 Knoten). Gebaut wurde es in Kiel in Norddeutschland.

SDA/mrs

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