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«Diese Killer sehen sich als Heiler»

Der deutsche Kulturtheoretiker Klaus Theweleit spricht über die Umwandlung von Sexualität in Gewalt, das mörderische Lachen von Anders Breivik und die Schläge seines Vaters.

«‹Heil Hitler› war genau so gemeint»: Klaus Theweleit in seiner Wohnung in Freiburg im Breisgau. Foto: Bettina Matthiessen
«‹Heil Hitler› war genau so gemeint»: Klaus Theweleit in seiner Wohnung in Freiburg im Breisgau. Foto: Bettina Matthiessen

Ein junger, weisser Amerikaner exekutiert neun Afroamerikaner in einer Kirche, nachdem er ihnen eine Stunde lang beim Beten zugesehen hat. Wie lässt sich eine solche Tat erklären?

Ein Amokläufer war er nicht, Amokläufer steuern gezielt ihrem eigenen Tod entgegen. Leute wie Dylann Roof oder Anders Breivik haben ihre Morde geplant und auch ein Manifest hinterlassen. Solche Leute wollen einen Staat nach ihren Vorstellungen, ohne Schwarze, ohne Muslime, ohne Juden. Das gilt auch für den IS, genauso galt es für die SS. Attentäter wie Breivik oder Roof sind auch nicht allein, sie begehen ihre Taten immer mit Berufung auf eine höhere Organisation. Das nimmt erstens die Schuld von ihnen, zweitens handeln sie in einem Auftrag – und sei es der Auftrag der Geschichte.

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