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Ein HIV-infizierter Fussballer hilft Kindern auf die Sprünge

Ein Film über einen erkrankten Fussballer soll bei der Aidsaufklärung in Südafrika helfen. Das ist dringend nötig. Denn im Land kursieren eigenartige Rezepte, wie man die Krankheit bekämpfen kann.

In Südafrika ein grosses Problem: HIV, hier ein infizierter Mann in einem Spital in Durban.
In Südafrika ein grosses Problem: HIV, hier ein infizierter Mann in einem Spital in Durban.
Keystone

Ausgerechnet in dem Land, in dem die meisten HIV-Infizierten leben, wird das Thema HIV/Aids weitgehend totgeschwiegen. Dem will ein Film entgegensteuern, der heute, am Weltaidstag, in Johannesburg Premiere hatte. In dem vom US-Bildungskanal Discovery Channel produzierten Film «Inside Story» wird teils mithilfe von Animationen, teils mit Schauspielern die Infektion und Ausbreitung der Krankheit im Körper eines Fussballspielers dargestellt.

Fussball ist im südlichen Afrika die Sportart Nummer Eins für Teenager, an die sich der Film vor allem richtet. Deshalb hoffen die Produzenten, dass ihr Film mit einem Kicker als Hauptperson die Jugendlichen auch erreicht. Die «giftige Kombination» der Themen Sex und Tod blende HIV/Aids aus der öffentlichen Diskussion aus, sagt Harriet Gavsho, die an dem Projekt mitgearbeitet hat. «Wir müssen immer neue Wege finden, das Thema anzusprechen.»

Der 90 Minuten lange Film wurde vor allem für Südafrika und Nigeria produziert, wird aber im Januar auch in den USA gezeigt. Ausserdem soll er über DVDs vertrieben werden, denen ein ausführliches Booklet als Diskussionsgrundlage beigelegt wird. Die Produzenten kamen auf die Idee zu dem Film, nachdem afrikanische Lehrer aus verschiedenen Ländern mehr Lehrmittel zu dem Thema nachgefragt hatten. Es dauerte fünf Jahre und kostete umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro, um «Inside Story» zu produzieren. Das Geld kam von den Regierungen der USA und Südafrika sowie vom UN-Aids-Fonds.

Mit Knoblauch gegen Aids

Das Problem der mangelhaften oder falschen Aufklärung ist speziell in Südafrika lange Zeit Teil des Systems gewesen. Der südafrikanische Präsident von 1999 bis 2008, Thabo Mbeki, bestritt den Zusammenhang zwischen HIV und Aids und seine Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang empfahl, Aids mit dem Verzehr von Rüben und Knoblauch zu bekämpfen. Der Geist der Mbeki-Ära sei in Sachen Aids «noch immer da und wird auch weiter fortbestehen», sagt David Spencer, Arzt und Mitarbeiter des Hilfsprogramms «Right to Care». Die Organisation versucht, den Vertrieb von antiretroviralen Medikamenten in Südafrika zu verbessern. Von den 50 Millionen Südafrikanern sind rund 5,5 Millionen mit HIV infiziert.

Der Regisseur von «Inside Story», Rolie Nikiwe, sagt, dass eine verbesserte Aufklärung dringend nötig sei, auch wenn man nie wisse, ob die eigene Arbeit wirklich Früchte trägt. «Wir wissen nicht genau, wo wir im Kampf stehen», sagt Nikiwe. «Es ist ein frustrierender Kampf, aber einer, der geführt werden muss.»

dapd/miw

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