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Ein Roboter ist immer geil

Sexroboter werden echten Menschen, etwa dem Ex-Partner oder Prominenten, immer ähnlicher. Grund zur Freude oder Sorge?

Sexpuppen und Sexroboter: Manche Japaner leben mit den nachgebildeten Frauen in einer «Partnerschaft». (Video: TA/lko)

In den 60er-Jahren ging man davon aus, dass bald sämtliche Aufgaben von Robotern erledigt werden. Heute nähern wir uns langsam diesem Ziel. Sie mähen unsere Rasen, führen Krieg für uns – und Sexroboter teilen gar unsere Betten. Vorbei sind die Zeiten von aufblasbaren Gummipuppen. Roboter wie Roxxxy sind laut Hersteller «immer geil und bereit zum Reden oder Spielen» und sollen sich je nach Voreinstellung abenteuerlustig oder schüchtern geben. Was zunächst spassig bis bizarr klingt, bringt auch ethische Fragen mit sich. Mit diesen hat sich nun eine Gruppe von Wissenschaftlern beschäftigt. Ihre Resultate haben sie in der Studie «Sexuelle Zukunft mit Robotern» veröffentlicht. Demnach gebe es beim Robotersex Vor- und Nachteile, die es angesichts des rasanten Fortschritts in der Robotik zu bedenken gelte.

Robotersex könnte etwa Prostitution überflüssig machen. In Barcelona gibt es denn auch bereits den weltweit ersten Roboterpuff. Menschen mit einer traumatischen sexuellen Erfahrung oder Männer mit einer erektilen Dyskunktion könnten von Sexrobotern profitieren. Auch Einsätze bei älteren Menschen sehen die Studienverfasser als eine positive Möglichkeit.

Bis spätestens 2050 perfektioniert? Die erotischen Bots könnten aber auch dazu führen, dass gerade Frauen stärker zu Objekten degradiert würden und falsche Vorstellungen über eine Einwilligung zu intimen Kontakten entstünden, heisst es in der Untersuchung. Die Autoren weisen in ihrer Studie auch auf die Gefahr hin, dass Sexroboter zur Erfüllung illegaler sexueller Wünsche genutzt werden könnten, etwa Kindersex oder Vergewaltigungsfantasien – was zu einer seelischen Verrohung führe.

Derzeit kosten Sexroboter zwischen 5000 und 15'000 Dollar. Individualisierte Modelle gibt es für den 10-fachen Preis. Diese können dann ganz den eigenen Wünschen nachempfunden sein und auch realen Vorbildern ähneln: dem Ex-Partner zum Beispiel oder einem Prominenten. Aus anatomischen Gründen ist es einfacher, einen weiblichen Sexroboter zu konstruieren. Auch die Nachfrage danach ist grösser. Der Hersteller Real Doll arbeitet allerdings an einem männlichen Modell. Zwar sähen die Sexroboter Menschen bereits sehr ähnlich, heisst es in der Studie, aber ihre Bewegungen und ihr sprachlicher Ausdruck seien immer sehr primitiv. Die Akzeptanz der Sex-Bots werde letztlich davon abhängen, wie realistisch sie im «menschlichen» Verhalten seien. Eine konkretere Zukunftsprognose kommt derweil von David Levy, einem Experten für künstliche Intelligenz. Für ihn ist die Entwicklung von perfekten Sexrobotern unaufhaltsam und bis spätestens 2050 Realität.Sexroboter sieht er nicht zwangsläufig als Ersatz für menschliche Liebesbeziehungen, eher als Alternative oder Ergänzung. Die Frage sei, ob eine Beziehung mit einem Roboter besser wäre als gar keine Beziehung.

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