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«Eine Geburt ist nicht planbar»

«In Eritrea habe ich begonnen, alle meine Sinne zu gebrauchen», sagt Augusta Theler. Foto: Manu Friedrich

Sie sind seit siebzehn Jahren Hebamme. Wissen Sie noch, bei wie vielen Geburten Sie dabei waren?

Was sind die schönsten Momente bei einer Geburt?

Spielt es eine Rolle, ob ein Kind natürlich oder per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen ist?

Viele Leute sagen, wer nicht natürlich gebären wolle, bringe sich um eine wichtige Erfahrung.

Jedes dritte Kind in der Schweiz wird per Kaiserschnitt geboren. Ist das für Sie ein Anlass zur Beunruhigung?

Sie befürworten also die natürliche Geburt?

Nimmt die Anzahl der Wunschkaiserschnitte zu?

Bei einer Steisslage rät man den Frauen heute zu einem Kaiserschnitt. Das war bis vor zwanzig Jahren anders. Ist Kaiserschnitt bei einer Steisslage wirklich nötig?

«Ich habe von denHebammen dort mehr gelernt als sie von mir.»

Streben Ärzte in solchen Fällen nicht Kaiserschnitte an, um mehr Geld verdienen zu können?

Was hat es mit der weitverbreiteten Annahme auf sich, dass Hebammen natürliche Geburten favorisieren, die Ärzte aber Kaiserschnitte vornehmen wollen?

Mehr und mehr Frauen wollen heute in ­Geburtshäusern gebären. Sie arbeiten in einem Spital. Spüren Sie die Konkurrenz?

Wie beurteilen Sie aber den Trend zur hebammengeleiteten Geburt?

Sie waren in Eritrea, Kamerun, Haiti und Nepal. Haben diese Einsätze Ihren Blick auf Ihre Arbeit in der Schweiz verändert?

Sie gingen nach Eritrea, um den Menschen dort etwas zu geben. Was haben Sie selber dabei gelernt?

Mit welchem Gefühl kommen Sie jeweils von diesen Einsätzen wieder nach Hause? Wie gehen Sie mit dem Kulturschock um?

Und wie gehen Sie mit dem Armutsgefälle um?

Wurde Ihnen der Wert der medizinischen Infrastruktur erst in den Ländern des Südens bewusst?

Was für pränatale Tests soll man Ihrer Meinung nach machen?

Die Tests entspringen aber einem Bedürfnis. Zudem werden die Gebärenden immer älter, und das Risiko von Fehlgeburten steigt dementsprechend an.

Was halten Sie von In-vitro-Fertilisationen, vom «Gebärtourismus» im Ausland oder von Leihmutterschaften?

Im Buch über Ihr Leben wird ein Unglücksfall im Spital Thun ausführlich beschrieben. Aber in den südlichen Ländern haben Sie doch viele solcher Katastrophen erlebt?

Ist die Situation in Eritrea vergleichbar mit derjenigen in der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Ihre Grossmutter im Walliser Dorf Ausserberg als Hebamme gewirkt hatte?

Was wissen Sie über die Arbeitsbedingungen Ihrer Grossmutter?

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Hausgeburten die Regel. Ihre Grossmutter war selbstständig und besuchte die Leute zu Hause. Nun finden Geburten meist in Spitälern statt. Dort haben Ärzte das Sagen. Wurden die Hebammen domestiziert?

Informieren Ärzte die Patientinnen zu wenig gut?

Heute sind die Väter im Gebärsaal oft mit dabei. Wollen sie da nicht auch mitbestimmen?