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«Einfach ‹zugreifen› geht gar nicht»

Sägewerksbesitzer Rodolfo Rüdisühli sorgt mit dem Plakat «Holz vor der Hütte» für Diskussionen. Dazu die Werberin Regula Bührer Fecker.

Philippe Zweifel
Man erkennt es nicht gleich, aber hier wird für Holz geworben. (Foto: Annette Ramelsberger)
Man erkennt es nicht gleich, aber hier wird für Holz geworben. (Foto: Annette Ramelsberger)

Ist das Plakat erfolgreiche Werbung?

Rodolfo Rüdisühli hat wohl dieser Tage eine grössere Beachtung als er sich je erträumte. Er polarisiert, er wird diskutiert, er ist bekannt. Ich weiss nicht, ob er das so plante – aber einen Effekt merkt er bestimmt.

Ist das Plakat sexistisch?

Natürlich ist es das. Aber auch wahnsinnig plump. Das hat ja alles nichts mehr mit Holz zu tun.

Dann funktioniert plumpe Werbung auch heute noch?

Ich glaube, in diesem Fall geht die eigentliche Botschaft im Getöse unter. Wissen Sie, wie das Unternehmen heisst, das hinter der Werbung steht? Eben.

Verschiedene Online-Umfragen besagen, dass eine Mehrheit das Plakat gelungen findet.

Internet-Umfragen bilden leider keine repräsentative Meinung ab. Sprich: Sie widerspiegeln nicht das, was das ganze Land denkt. Von ihnen auf die «Mehrheit» abzuleiten, ist unwissenschaftlich.

«Ich glaube an den Verstand.»

Es gibt auch Werbung mit halbnackten Männern. Relativiert das die Situation nicht?

Grundsätzlich begrüsse ich es, dass die Debatte über beide Geschlechter geführt wird. Aber man darf heute einfach nicht mehr sagen, dass man bei Frauen einfach «zugreifen» soll. Bei Männern übrigens auch nicht! Völlig anachronistisch.

Wo ist die Trennlinie zwischen sexy Werbung und sexistischer Werbung?

Ich glaube, dafür ist das Plakat, das wir besprechen, ein guter Gradmesser.

Gerade erst wurde in Grossbritannien Werbung verboten, die Gender-Klischees zelebriert, wie etwa schlecht parkierende Frauen. Sollte dies auch in der Schweiz geschehen?

Ich bin gegen Verbote. Ich glaube an den Verstand.

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