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Ernsthaft lustig

Bitte nicht lachen, aber die Basler Fasnacht erklärt die Schweiz. Nirgends ist es so schwer, dazuzugehören.

Schräge Töne inklusive: Die Guggenmusik Negro-Rhygass übt ein letztes Mal in ihrem Cliquenkeller auf dem Schulareal Claraplatz.
Schräge Töne inklusive: Die Guggenmusik Negro-Rhygass übt ein letztes Mal in ihrem Cliquenkeller auf dem Schulareal Claraplatz.
Kostas Maros
Kindergärtler vom Claragraben mit ihren selbst gemachten Kostümen vor dem Quartierumzug.
Kindergärtler vom Claragraben mit ihren selbst gemachten Kostümen vor dem Quartierumzug.
Kostas Maros
Unheimlich schön: Die charakteristischen Larven der Basler Fasnacht.
Unheimlich schön: Die charakteristischen Larven der Basler Fasnacht.
Kostas Maros
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Der Übergang von der einen Welt zur nächsten, vom Wir zu den anderen, dauert neun Minuten. Per ­Extrazug von Liestal, ab 2.53 Uhr, an in Basel um 3.02 Uhr. Es ist eine kurze Fahrt, und sie bereitet einen in keiner Weise darauf vor, was nach dem Übergang kommt. Die eine Welt, das ist Liestal, der «Chienbäse». Unter Gejohle der Einheimischen und der mit Bussen ins Baselbiet gebrachten Touristen tragen und ziehen Fasnächtler brennende Besen und brennende Wagen durchs «Stedtli». Der «Chienbäse», das ist Büchsenbier und Wurst, das sind gefährlich süffige «Füürwägeli» im Schlümpfli-Keller – Fasnacht in der Schweiz: Hochzeit des Diminutivs. Alles ist laut und etwas derb. Nicht so laut und so derb wie im Osten des Landes: «Es gibt eine Fasnacht, bei der sich die Menschen verkleiden, und eine Fasnacht, bei der sich die Menschen ausziehen», sagt man dazu in Basel – aber immer noch so laut und derb, dass es einen Stadtbasler Fasnächtler die Augen verdrehen lässt.

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