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«Es bezahlt nur, wer zu schnell fährt»

68'000 Blitze und 8 Millionen Franken in sechs Monaten: Ein Tessiner Tempomessgerät stellte einen neuen Rekord auf. BFU-Direktorin Brigitte Buhmann über Sinn und Unsinn von Tempokontrollen.

Wieso hat der Tessiner Blechpolizist bei Balerna so viel Arbeit? Da ich die Stelle nicht persönlich kenne, kann ich mich dazu nicht konkret äussern. In der Schweiz gilt eigentlich die «Best-Practice-Regel»: Die signalisierte Geschwindigkeit passt zum Erscheinungsbild der Strasse und zum Verkehrsaufkommen. Man sollte es der Strasse intuitiv ansehen können, ob man sich in einer 30er-Zone, auf einer 50er-Strasse oder ausserorts auf einer Strasse mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h befindet.

Dann ist die Strasse in Balerna – eine Autobahnpassage, wo Tempo 100 gilt – vielleicht nicht selbsterklärend? Es kann sein, dass die Strasseneigentümer an der erwähnten Stelle ihre Hausaufgaben nur halbwegs erledigt haben – angesichts der teilweise sehr hohen Geschwindigkeiten, die gemessen wurden, fehlt es aber vermutlich auch an der Verkehrsdisziplin der Autofahrer. Wir fordern deshalb beides: einleuchtende Geschwindigkeitsbegrenzungen und Geschwindigkeitskontrollen. Letztere werden von der Bevölkerung im Allgemeinen sehr gut akzeptiert, das zeigt eine Umfrage von uns. 57 Prozent der Befragten würden gar vermehrte Kontrollen für Motorräder begrüssen. Für Autos sind es 42 Prozent.

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