Fast Fair Food

Der Big Mac wird immer gesünder, grüner, fairer. Wir sollten trotzdem kritisch bleiben.

Gesund, grün und fair liegt im Trend: Ein fertiger Burger wird verpackt.

Gesund, grün und fair liegt im Trend: Ein fertiger Burger wird verpackt. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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McDonald’s verbannt in den USA alle künstlichen Konservierungsmittel, Farben und Aromen aus seinen beliebtesten Burgern. Fast alle. Die Essiggurke bleibt weiter künstlich frisch – aber die könne man ja weglassen, schreibt die Fast-Food-Kette.

Damit setzt McDonald’s USA eine Entwicklung fort, die das Unternehmen weltweit schon länger angestossen hat. Die Burger mit dem grossen M auf der Packung sollen ein besseres Image bekommen. Das heisst: in den Köpfen der Konsumenten weniger mit fettigem Essen und billiger Produktion in Verbindung gebracht werden als mit gutem, lokalem Fleisch und sozialem Engagement.

Der Schweizer Ableger ist ein Vorreiter. Schon 2009 wurde das Logo grün hinterlegt, um die Bemühungen auch farblich zu unterstreichen. Und wer auf der Website über das Engagement von McDonald’s liest, der weiss nicht, ob das nicht schon fast Fair Food ist: ein grossartiger Arbeitgeber, der Energie spart und recycelt und sponsert und labelt und vor allem: der auf lokales, Schweizer Rindfleisch von Schweizer Bauern setzt.

Es ist kein Zufall, dass Konzerne gerade in der Schweiz auf teurere Produkte setzen.

Damit ist McDonald’s natürlich nicht allein. Gesund, grün und fair liegt im Trend. Und natürlich ist es auch kein Zufall, dass Konzerne gerade in der Schweiz auf teurere Produkte setzen – ihre Marktforscher wissen, wo sich die Investition lohnt. Von einem gewinnorientierten Unternehmen erwartet man nichts anderes. Und das muss auch nicht schlecht sein, wenn damit mehr Menschen zu besserem Essen kommen.

Trotzdem sollten wir kritisch bleiben. Dort, wo sich Eingeständnisse für McDonald’s nicht lohnen. So vermeidet der Konzern nach wie vor Steuern, verdrängt andere Lokale aus der Innenstadt und setzt trotz Vegi-Burger und Salat nach wie vor in erster Linie auf Fleisch – mit allen negativen Auswirkungen. Und dass der Big Mac auch ohne Zusatzstoffe noch nicht wirklich gesund ist, sollte jedem Kind klar bleiben. Letztlich entscheiden wir Konsumentinnen und Konsumenten, ob wir ganz auf ihn verzichten – oder ob es uns reicht, die Essiggurke wegzulassen.

Erstellt: 30.09.2018, 22:28 Uhr

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