Frau datet 150 Männer gleichzeitig

Mehr als hundert Männer freuten sich auf eine Verabredung in New York. Ein romantisches Treffen zu zweit wurde es aber nicht.

«Ich muss ein Geständnis machen»: Das Date ahnungsloser Männer tritt auf die Bühne. Bild: Screenshot Instagram/davidpepe_

«Ich muss ein Geständnis machen»: Das Date ahnungsloser Männer tritt auf die Bühne. Bild: Screenshot Instagram/davidpepe_

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Dass beim ersten Date nicht immer die ganze Wahrheit gesagt wird, dürfte häufig der Fall sein. Eine Frau namens Natasha Aponte log gleich Dutzende Männer an. Vergangene Woche schlug sie ihnen vor, sich mit ihr in New York zu verabreden.

«Als ich eintraf, waren da vielleicht 150 bis 200 Kerle», sagt einer der Männer der «New York Times». Alle hätten um sich geschaut und versucht, die Situation einzuschätzen. «Da haben wir verstanden, dass wir hereingelegt wurden.»

«Du bist so hinreissend»

Amir Pleasants, wie der Mann heisst, und Aponte hatten sich schon Wochen zuvor auf Tinder kennen gelernt. Nachdem die beiden auf der Dating-Plattform einige Nachrichten ausgetauscht hatten, brach sie den Kontakt abrupt ab, mit der Begründung, sie habe geschäftlich zu tun, und werde sich nach zwei Wochen wieder bei ihm melden. Der 21-Jährige rechnete nicht damit, von ihr wieder zu hören.

Mitte August kontaktierte sie ihn wieder und schlug ihm vor, einen Anlass auf dem Union Square in Manhattan zu besuchen, auf dem ein Bekannter als DJ auftrat. Im Anschluss könnten sie noch etwas trinken gehen, schrieb sie ihm. «Ich bin so aufgeregt, es scheint zu gut, um wahr zu sein. Du bist so hinreissend», schrieb er ihr zurück. Der Nachricht fügte er ein Smiley mit Herzchenaugen bei.

Wer zuvor verlassen wurde, musste gehen

Als Pleasants vergangenen Sonntag in Manhattan eintraf, stand Aponte auf einer Bühne. In der Hand ein Mikrofon, im Schlepptau ein Video-Team. Zunächst habe ein DJ gespielt wie versprochen, sagt Pleasants. Dann stellte sich eine schwarz gekleidete Frau als Natasha vor.

«Ich muss ein Geständnis machen», sagte sie. «Ihr alle wurdet hierhergebracht, um euch mit mir zu verabreden.» Sie habe mit den Dating-Apps abgeschlossen und wolle stattdessen einen Wettbewerb machen. Mit dem Gewinner würde sie dann auf ein Date gehen.

Sie wies alle Männer ab, die ihr zu klein waren, ebenso jene, die Jimmy hiessen – der Name gefalle ihr nicht – sowie alle, die von ihrer letzten Freundin verlassen wurden. Von jenen, die übrig blieben, wollte sie dreissig Liegestützen sehen.

«Einer kam aus Oregon»

In der nächsten Runde kam es noch dicker: Aponte bat alle Männer, sich in eine Reihe zu stellen. Wen sie mochte, wischte sie mit einer Geste nach rechts, wen nicht, nach links. So ist es Brauch in der Dating-App Tinder. Auch gab sie den Männern die Gelegenheit, kurz zu erklären, warum sie mit ihr zusammen sein wollen.

Die meisten Männer seien aus der Umgebung gewesen, sagt Pleasants, doch einer kam sogar aus Oregon. Einige beschimpften Aponte, als sie alle nach Hause schickte, die schon in einer Beziehung seien. Am Schluss stand ein Gewinner fest. Auf Instagram tritt Natasha Aponte selbstgewiss auf.

Auf Apontes Instagram-Profil, das sie mittlerweile auf privat gestellt hat, hagelte es Kommentare.

«Ich kann nicht glauben, dass sie so vielen unschuldigen Männern so etwas angetan hat», schrieb jemand. «Es kamen Kerle mit Blumen und Briefen, aufgeregt, sie zu treffen. Ihre Gesichter waren voller Traurigkeit, als sie die Wahrheit verkündete.»

Die ganze Geschichte wurde von US-Medien aufgegriffen, nachdem einer der Teilnehmer namens Misha seine Erlebnisse bei Twitter erzählte. Er war laut der «New York Times» einer der Männer, die sich weigerten, am Wettbewerb teilzunehmen.

Hinter der Aktion steht eine Agentur, die bereits 2014 ein Video produziert hatte, das fast 50 Millionen Mal angeschaut wurde. Darin ist eine Frau zu sehen, die durch die Strassen New Yorks geht und sexuell belästigt wird.

Die Agentur plane eine kritische Botschaft über die Tinder-Kultur, wird im Internet spekuliert. Ob das so ist, dürfte sich bald zeigen: Sie kündigte an, am Donnerstag ein Video zu veröffentlichen, in dem die ganze Sache aufgelöst wird.

(oli)

Erstellt: 22.08.2018, 19:52 Uhr

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