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«Friede für diese unsere Erde»

Auf dem Petersplatz im Vatikan haben Zehntausende Gläubige der ersten Ostermesse des neuen Papstes beigewohnt. In seiner Osterbotschaft geisselte Franziskus die Konflikte in Syrien, Mali und Korea.

Feiert seine erste Ostermesse: Papst Franziskus. (31. März 2013)
Feiert seine erste Ostermesse: Papst Franziskus. (31. März 2013)
AFP
Gehören zum Zeremoniell: Schweizergardisten auf dem Petersplatz im Vatikan. (31. März 2013)
Gehören zum Zeremoniell: Schweizergardisten auf dem Petersplatz im Vatikan. (31. März 2013)
AP
Er setzt erneut ein Zeichen: Papst Franziskus küsst einem Häftling die Füsse – dass auch weibliche Häftlinge anwesend waren, gilt als Traditionsbruch. (28. März 2013)
Er setzt erneut ein Zeichen: Papst Franziskus küsst einem Häftling die Füsse – dass auch weibliche Häftlinge anwesend waren, gilt als Traditionsbruch. (28. März 2013)
Keystone
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Papst Franziskus hat erstmals die Ostermesse auf dem Petersplatz in Rom zelebriert. Rund 200'000 Menschen versammelten sich, um mit dem neuen Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche die Auferstehung von Jesus Christus zu feiern.

Franziskus zelebrierte die Messe bei kühlem, aber trockenem Osterwetter unter einem roten Baldachin auf den Stufen des Petersdoms.

Blumengeschmückter Petersplatz

Zehntausende Blumen schmückten festlich den Platz vor dem Petersdom für die Messe. Der Papst erschien in schlichten weissen Gewändern zu der Zeremonie.

Nach der Messe hat Franziskus den traditionellen Ostersegen «Urbi et Orbi» («Der Stadt und dem Erdkreis») erteilt. Das Osterfest ist der höchste Feiertag der Christen, der rund um den Erdball gefeiert wird.

Versöhnung verlangt

In seiner Osterbotschaft hat Franziskus Frieden für die ganze Welt und einen neuen Geist der Versöhnung verlangt. Vor Hunderttausenden Gläubigen geisselte Franziskus auf dem Petersplatz nachdrücklich die Kriege und Konflikte in Syrien, Mali und auf der koreanischen Halbinsel.

Der Friede in der Welt werde von einem Egoismus bedroht, der den Menschenhandel fortsetze, Gewalt in Drogenkriegen bedeute und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. «Friede für diese unsere Erde», rief Franziskus den Menschen zu. Er bitte Jesus, Krieg in Frieden und Rache in Vergebung umzuwandeln.

Franziskus forderte in seiner Botschaft vom Balkon des Petersdoms aus vor allem Frieden zwischen Israelis und Palästinensern und «für das geschätzte Land Syrien, für seine von den Auseinandersetzungen geschlagene Bevölkerung und für die vielen Flüchtlinge.» Wie viel Blut sei vergossen worden und wie viele Leiden müssten noch auferlegt werden, bevor dort eine politische Lösung der Krise gefunden werde, fragte Franziskus.

Er erwähnte auch weitere afrikanischen Schauplätze blutiger Konflikte wie Nigeria, Kongo und Zentralafrika. Für Asien wünschte er einen neuen koreanischen Geist der Versöhnung.

Christen feiern Ostern im Heiligen Land

Auch im Heiligen Land haben Tausende Christen Ostern gefeiert. In der Grabeskirche in Jerusalem leitete am Morgen der lateinische Patriarch Fuad Twal das Gebet und die anschliessende Prozession.

Der Patriarch bezeichnete die Stadt im Heiligen Land in seiner Osterpredigt als Ausgangspunkt einer neuen Evangelisierung. «Als Christen ruft der Herr uns hier auf, das Licht des Glaubens in die Mitte unserer Region des Nahen Osten zu tragen, dort, wo das Christentum geboren wurde», sagte Twal am Sonntag in der Grabeskirche.

«Deshalb muss die neue Evangelisierung, um modern und wirkungsvoll zu sein, von Jerusalem ausgehen, von der ersten christlichen Gemeinschaft», fügte der Geistliche hinzu.

Während der Ostermesse ging der Patriarch auch auf die aktuelle Lage im Nahen Osten ein. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, «konkret wirksame Entscheidungen zu treffen, um eine ausgewogene und gerechte Lösung für die palästinensische Sache zu finden».

Schliesslich sei der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern der «Ursprung aller Unruhen im Nahen Osten». Twal erneuerte überdies seine Einladung an den neuen Papst Franziskus, das Heilige Land zu besuchen.

Der 72-Jährige ist der höchste Repräsentant der katholischen Kirche im Heiligen Land. Die Grabeskirche, die heiligste Stätte der Christen, steht nach der Überlieferung am Ort der Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus Christus.

150'000 Touristen in Israel

Protestanten feierten Ostern ausserhalb der Altstadt von Jerusalem am sogenannten Gartengrab, das ebenfalls als mögliche Grabstätte Jesus gilt. Auch in Bethlehem, Jesus' überliefertem Geburtsort, wurde eine Messe gefeiert.

Nach Angaben des israelischen Tourismusministeriums sind anlässlich der christlichen und der jüdischen Feiertage etwa 150'000 Touristen nach Israel gereist. Die Polizei war auch am Sonntag wegen der Osterfeierlichkeiten in Jerusalem in erhöhter Alarmbereitschaft.

(sda/AP)

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