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Grosse Kluft zwischen Arm und Reich bei den Alten

Die finanzielle Ungleichheit ist nirgends grösser als bei den Rentnern. Das hat eine neue Studie ergeben.

Die zweite Säule machts aus: Der Grund für die Ungleichheit bei Rentnern liegt in der beruflichen Vorsorge.
Die zweite Säule machts aus: Der Grund für die Ungleichheit bei Rentnern liegt in der beruflichen Vorsorge.
Stephan Scheuer, Keystone

Die «NZZ am Sonntag» zitiert eine neue Studie der Grossbank Credit Suisse, wonach es enorme Unterschiede bei den Einkommen von Pensionären gibt. In keiner Altersgruppe sei demnach die finanzielle Ungleichheit grösser als bei den über 65-Jährigen.

Während die reichsten 20 Prozent der Rentnerhaushalte ein Monatseinkommen von über 11'000 Franken bezögen, müssten sich die ärmsten 20 Prozent mit weniger als 3000 Franken begnügen.

AHV gleichmässig verteilt

Als Hauptursache für die Differenzen macht die Studie die Ungleichheit in der beruflichen Vorsorge aus: Die reichsten 20 Prozent erhielten jeden Monat 5050 Franken aus der zweiten Säule. Demgegenüber kommen die ärmsten 20 Prozent auf nur 290 Franken.

Die AHV-Renten sind laut der Untersuchung dagegen relativ gleichmässig über die verschiedenen Einkommensklassen verteilt. Beim untersten Quintil (20 Prozent der Bevölkerung) beträgt das Einkommen aus der ersten Säule im Schnitt 2100 Franken, verglichen mit 3000 Franken beim obersten Quintil.

«Unsere Auswertung zeigt, dass der Ausbau der beruflichen und privaten Vorsorge nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleich stark ausfällt», erklärt Studienautorin Sara Carnazzi in der «NZZ am Sonntag». «Diese Pfeiler spielen erst bei den wohlhabenden Schichten eine wichtige Rolle.»

Die mangelhafte Abdeckung der beruflichen Vorsorge beschränkt sich nicht allein auf die unteren Lohnklassen. Auch der Mittelstand kann nur wenig profitieren: Gemäss Erhebung der Credit Suisse beträgt die mittlere Pensionskassenrente beim zweituntersten Quintil 970 Franken pro Monat, während die AHV ein deutlich höheres Einkommen von 2540 Franken beisteuert. «Dass in dieser mittleren Gruppe das Verhältnis nicht ausgeglichener ist, erachte ich als zentrale Erkenntnis aus der Studie», kommentiert der St. Galler Professor Martin Eling die von der «NZZ am Sonntag» publizierten Zahlen.

SDA/roy

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