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Hasen, Schlümpfe, Schwerverbrecher

In der gefährlichsten Haftanstalt Lateinamerikas sind Haustiere erlaubt. Frisöre oder Schlosser bieten ihre Dienste an. Unter Polizeischutz hat die Fotografin Mariano Bazo Impressionen eingefangen.

Lurigancho oder Luri, wie die Insassen ihr Gefängnis fast liebevoll nennen, ist masslos überbelegt. Gebaut wurde die Anstallt für 1600 Häftlinge, heute leben...
Lurigancho oder Luri, wie die Insassen ihr Gefängnis fast liebevoll nennen, ist masslos überbelegt. Gebaut wurde die Anstallt für 1600 Häftlinge, heute leben...
Mariana Bazo, Reuters
...über 8'500 Insassen in den verschiedenen Flügeln der Haftanstalt.
...über 8'500 Insassen in den verschiedenen Flügeln der Haftanstalt.
Mariana Bazo, Reuters
Die gute Seele: Schwester Ana arbeitet seit 36 Jahren im Gefängnis und wurde erst zweimal als Geisel genommen.
Die gute Seele: Schwester Ana arbeitet seit 36 Jahren im Gefängnis und wurde erst zweimal als Geisel genommen.
Mariana Bazo, Reuters
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Das Gefängnis San Juan de Lurigancho ist eine der gefährlichsten Haftanstalten Südamerikas und nicht nur wegen seiner Grösse speziell. Gedacht war die Anstalt ursprünglich für 1600 Insassen, heute leben aber 8500 Häftling innerhalb der Mauern. Die meisten von ihnen schlafen folglich in Massenlagern oder auf Matratzen in den Gängen. Eine eigene Zelle ist ein Luxus, der mit Geld erkauft werden muss.

Überhaupt kann in «Luri», wie die Insassen das Gefängnis nennen, fast alles mit Geld gekauft werden. Essen, Toilettenartikel, aber auch ein Gerichtsurteil und verbotene Dinge wie Handys, Waffen, Alkohol oder Drogen. Hauptumschlagplatz für Waren aller Art ist der Jirón de la Unión, ironischerweise nach einem Boulevard in der Altstadt von Lima benannt. Die aussergewöhnliche Reglementierung innerhalb der Strafanstalt beruht auf einer Vereinbarung zwischen Gefängnisleitung und Häftlingen. Solange diese ihre Zone nicht verlassen, können sie sich frei bewegen und handeln.

Gewalt und Korruption

Nicht alle profitieren aber von der Demokratie in Lurigancho. Die Anlage ist in mehrere Pavillons unterteilt, die von gewählten Vertretern beaufsichtigt werden. Wer kein Geld hat und keinen Pavillon-Aufseher zu seinen Freunden zählt, bekommt die harte Realität in der Haftanstalt zu spüren. Hunger, Gewalt und Prostitution sind an der Tagesordnung.

Die peruanische Reuters-Fotografin Mariana Bazo erhielt Mitte Oktober die seltene Gelegenheit, sich unter Polizeischutz in San Juan de Lurigancho umzusehen. In ihrem Blog beschreibt die Fotografin Luri als eine Reproduktion von Lima – sie schwärmt vom Unternehmergeist, der Kreativität und dem Einfallsreichtum, den die Bewohner bei ihrer Suche nach Arbeit an den Tag legen.

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