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«Herzschrittmacher-OP ist ein Routineeingriff»

In der Schweiz wird jährlich rund 4000 Patienten ein Herzschrittmacher eingesetzt. Die Operation ist inzwischen ein relativ kleiner Eingriff und der Nutzen für die Patienten gross. Der Kardiologe Andreas Hoffmann nimmt den Patienten die Angst.

Seit den 1970er Jahren werden Herzschrittmacher eingesetzt. In welchen Fällen raten Sie dazu? Es gibt im Wesentlichen drei Gründe. Erstens, wenn das Herz aus irgendeinem Grund ständig oder teilweise zu langsam schlägt. Die kritische Frequenz liegt unter 40 Schlägen pro Minute. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber die Patienten können dadurch Schwindel oder plötzliche Bewusstlosigkeit erleiden. Der Herzschrittmacher überwacht dann die Herztätigkeit und greift nur ein, wenn das Herz abnormal schlägt. Zweitens kann der Herzschrittmacher zur Bewahrung vor dem oftmals tödlichen Kammerflimmern dienen. Der Herzschrittmacher verpasst dem Herzen bei Bedarf einen elektrischen Stromstoss. Und drittens kann der Herzschrittmacher prophylaktisch eingesetzt werden, wenn bei Herzschwäche die Koordination zwischen rechter und linker Herzkammer gestört ist.

Wie läuft die Operation konkret ab? Die Herzschrittmacheroperation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Schrittmacher wird auf der Brust, kurz unter dem Schlüsselbein, unter der Haut eingesetzt. Hierfür wird ein etwa 5–10 cm langer Schnitt gemacht und eine sogenannte Tasche geformt, die den Herzschrittmacher aufnimmt. Die zugehörigen Elektrodenkabel werden in eine Vene in der Nähe der Tasche eingeführt und von dort aus durch die grossen Venen geschoben, die zum Herzen führen. Dabei wird unter Röntgensicht die Position der Elektroden sowie die Herzstruktur überprüft, um sicherzustellen, dass die Elektroden an der gewünschte Stelle sind.

Wie lange dauert die Herzschrittmacher-Operation? Eine Schrittmacher-Operation dauert normalerweise eine Stunde. Danach sollten sich die Patienten noch etwas schonen, aber bereits nach etwa ein bis zwei Tagen sind sie wieder auf den Beinen.

Welche Risiken birgt der Eingriff? Die Operation ist ein Routineeingriff und es kommt nur sehr selten zu Komplikationen wie Infektionen oder Blutungen.

Wie lange müssen sich Patienten nach der Operation körperlich schonen? Nach ein paar Tagen kann der Patient wieder völlig normal weiterleben. Auch Sport ist bei einem Herzschrittmacher-Patienten kein Problem. Einzig auf Kontaktsportarten wie etwa Rugby sollte verzichtet werden.

Was ändert sich im Leben des Patienten? Grundsätzlich muss er seine Lebensgewohnheit nicht ändern. Es wird aber empfohlen, dass der Patient das Handy auf der Gegenseite vom Herzschrittmacher hält. Und bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen sollten die Patienten den Herzschrittmacherausweis vorzeigen, damit es nicht zu missverständlichen Situationen kommt, wenn etwa die Metalldetektoren reagieren.

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